Der China By Bike Reiseblog

Willkommen auf dem Reiseblog von China By Bike! Hier berichten unserer Reiseleiter und Teilnehmer direkt von den Reisen, in Wort und Bild.

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Willkommen daheim – das Fest!

Hongkong – London, 28.12.2011 bis 29.07.2012

Eine halbe Weltreise muss entsprechend gefeiert werden. Am 14.07.2012 kommen unsere Weltenradler in Nürnberg an, am 15.07.2012 wollen wir sie gebührend begrüßen.
Ab 15:30 Uhr beginnt die Feier mit einem Diavortrag über die Tour. Ab 17:30 Uhr gibt es dann was auf die Ohren und in den Mund: Fränkisches Buffet nach Art des Hauses, Chinesischen Rock unplugged mit dem Alptraum der Roten Kammer und kultige Straßenmmusik von den Lokalmatadoren La Boum.

Ort: Kulturgarten im K4, Königstr. 93, 90402 Nürnberg
Eintritt 12 Euro inkl. reichhaltigem Buffet

Wir würden uns auf jeden Fall freuen, Euch als Gäste begrüßen zu können. Wer Lust hat, kann am nächsten Tag auch ein paar Stunden oder Tage mit der Gruppe Richtung London radeln.

Anfragen und Anmeldungen bitte an info(at)china-by-bike.de

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Die Drei Heiligen

Auf dem Dach der Welt, 06. bis 31.05.2012

Stadttag in Shigatse, Besichtigung Tashilunpo und Altstadt

In den nächsten zwei Tage fahren wir auf dem Friendship Highway von Shigatse nach Lhatse, danach geht es auf Piste in Richtung Everest Basecamp. Wir werden wahrscheinlich längere Zeit kein Internet haben, um Bilder und Berichte hochzuladen. Wir sind alle wohl auf, das Wetter ist gut und wir genießen den Ruhetag.

Heute haben wir den Tashilunpo, Sitz des Panchen Lama und eines der sechs wichtigsten Klöster der Gelugba, besichtigt und sind mit tibetischen Pilgern die Kora um das Kloster zum lokalen Dzong und in das Häusermeer der Altstadt gelaufen. Die Altstadt von Shigatse besteht aus kleinen traditionellen Bauten und hat einen Markt und viele Läden, in denen Schmuck und allerlei Pilgerzubehör verkauft wird. Unser Mittagessen haben wir in einem Familienlokal am Ende des Pilgerweges eingenommen – ein tibetisches Wohnzimmer mit den landestypischen hübsch angemalten Tischen, bunten Tüchern, aber auch den „Drei Heiligen“ (Mao, Deng Xiaoping und Jiang Zemin) an der Wand, wie Johannes sie bezeichnet. Zu Mittag gibt es meist die Auswahl zwischen tibetischer und chinesischer Nudelsuppe, was sich nur an der Dicke der Teigwaren unterscheidet. Heute Abend versuchen wir das muslimische Lokal in Hotelnähe, ehe wir für einige Tage in die Gegend der Yak-Momo und des Yakbuttertees verschwinden.

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Im Maien der Bauer…

Auf dem Dach der Welt, 06. bis 31.05.2012

94 km flach, von Gyantse nach Shigatse, über 30 Grad in der Sonne

… sein Yaklein einspannt. Wir fahren den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Jeder Bauer der Umgebung spannt seine Yaks oder manchmal auch Rösslein ein und pflügt die Felder. Die Frauen und Kinder sitzen irgendwo auf dem Feld oder unter einem Baum im Schatten und halten Picknick und Thermokannen mit Yakbuttertee bereit. Noch ist das Land braun und öde, aber hier und da zeigt sich schon die erste Gerste. In der Regenzeit wird das ganze Tal fruchtbar und grün sein, auf den umliegenden Bergen jedoch ist keine Vegetation zu erkennen. Die Felder werden unterbrochen durch Reihen von Gewächshäusern, in denen allerlei Gemüse und vor allem Wassermelonen angebaut werden.

Unsere Strecke verläuft eben und wir dehnen unsere Mittagspause aus, um das Kloster Changmeijian zu besichtigen. An dieser Stelle hat schon vor 500 Jahren das erste Kloster gestanden, es ist damit noch älter als das Gyantse Kumbum, heute leben hier 20 Mönche, die uns gern herumführen. Der Ort ist 2006 erst neu aufgebaut worden und die Versammlungshalle und unzähligen Kapellen leuchten in frischen Farben, alle Bilder wurden von Mönchen gemalt. „Der eigentliche Meister des Klosters verweilt schon seit über 30 Jahren zum Meditieren in einer Höhle. Manchmal werden hochrangige Meister aus der Umgebung zum Unterrichten eingeladen.“ Übersetzt Lhaba die Ausführungen eines Mönchs. Touristen verirren sich anscheinend nicht hierher, wir sind außer einigen lokalen Pilgern die einzigen Besucher des heiligen Ortes.

Wenn wir noch mehr Klöster besuchen, werden wir noch zu Spezialisten – mittlerweile wissen alle, dass eine schaurig dreinschauende Gestalt auf einem Pferd der weibliche Schutzgott ist, der in den Träumen zum Dalai Lama redet, der Schutzgott Tsongkapas dagegen hat einen Stierkopf und viele Totenköpfe um den Hals hängen, der Gott der Weisheit ist zu erkennen am Schwert und Buch auf der Schulter und wird meist zusammen mit dem Gott der Barmherzigkeit und dem Beschützer der Energie dargestellt und steht dann für die Klosterfarben weiß, gelb und aschgrau, Tara hat 21 Aspekte und ist aus den Tränen des Barmherzigkeitgottes entstanden … Arne verlangt, demnächst vielleicht eine Brauerei oder ähnliches anzuschauen.

Den Abend beschließen wir in Shigatse dann auch ganz untibetisch mit leckerem koreanischen Barbecue und einem Spaziergang durch den chinesischen Teil der Stadt.

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Der Van-See

Hongkong – London, 28.12.2011 bis 29.07.2012

Von Muradiye (Caldiran) nach Van 85 Km, 550 Hm

Da unser Hotel kein Frühstück bietet gehen wir gegenüber der Straße in ein typisches türkisches Lokal und bekommen dort Honig, Butter, Frischkäse, Ei und Oliven, Martin und Robert essen sogar eine süße Torte. Alles Lecker! Wir fahren zurück mit dem Bus nach Muradiye und starten von dort mit unseren Rädern.

Wir sind noch nicht lange auf dem Rad und schon bekommen wir eine kleine Dusche. Doch das war es noch nicht mit dem Regen, eine bedrohliche schwarze Wolke hängt genau dort wo wir hinwollen. Unerschrocken radeln wir weiter und werden zum ersten mal richtig nass bis auf die Socken seit Monaten. Die Temperatur fällt von 17 auf 7 Grad. Petrus hat erbarmen, und nach ca. 10 Kilometern haben wir das Gewitter durchfahren. Die Sonne kommt wieder heraus und der Van-See – er ist viermal so groß wie der Bodensee – erstrahlt im schönsten Türkis. Ein toller Kontrast zum azurblauen Himmel. Cezmi, unser türkischer Reiseleiter und alter Bekannter von der “Eulentour 2008″, radelt immer stückweise mit uns, er will sich erstmal etwas “einfahren”.

In Van angekommen treffen wir schon Irina im Hotel, seit Hongkong dabei hat sie den Oman und Iran ausgesetzt und wird nun bis Deutschland durchfahren. Neu dabei ist Martin (unser zweiter Martin) aus Lüneburg, er wird uns bis Istanbul begleiten.

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Das Lächeln des Buddha

Auf dem Dach der Welt, 06. bis 31.05.2012

Stadtbesichtigung in Gyantse

Beim Frühstück sieht man allen die gestrige Fahrt an. Heute ist Stadttag angesagt und wir lassen es gemütlich angehen, erst ein ausgedehntes Frühstück, dann schlendern wir in den tibetischen Teil von Gyanste. Mir fällt wieder auf, dass die Tibeter immer ein offenes freundliches Lächeln für uns übrig haben.

Die schwarzen Streifen an den Türen symbolisieren Yakhörner und sollen das Haus schützen. Ein Yakkopf über dem Eingang hat die gleiche Bedeutung.“ erklärt Lhaba. Außerdem erfahren wir, warum auch die Burg der Adligen, auf tibetisch Dzong genannt, eine Tanka-Mauer hat und was Sonne und Mond an der Hauswand bedeuten. Im Kloster Pelkor Chöde können wir schon eine ganze Menge wiedererkennen: zum Beispiel die vier Himmelskönige, das Rad des Lebens, Tsongkapa (den Begründer der Gelugba Schule) und den Langlebigkeitsbuddha, der das Wasser des Lebens trägt. In Lhasa hatten wir schon gesehen, wie Mönche kleine Opferstupas formen. „Die Dorma werden aus Tsampa, braunem Zucker und Yakbutter hergestellt und am Festtag einmal im Jahr als Pilgerspeise verteilt“ weiß Lhaba und fügt nach unserem Stirnrunzeln hinzu „na ja, jeder bekommt nur ein kleines bisschen, es ist eben eine heilige Opferspeise und mehr symbolisch gedacht.“ Ein Tibeter fragt uns „Lasst mal eure Fotos vom Buddha in der obersten Etage sehen. Das ist eine geheimnisvolle Sache, manchmal lächelt er und manchmal eben nicht“. Leider haben wir – wie es sich gehört –brav nicht fotografiert und werden so nicht mehr erfahren, wie der Buddha uns gesinnt ist.

Im Klosterhof zeigt ein Mönch zwei Arbeitern, wie aus verschiedenfarbigen Steinen Sand für Mandalas geklopft wird, sonst ist es in der Tempelanlage erstaunlich ruhig und nahezu menschenleer (nach der Schlacht am Frühstücksbuffet hatte ich auch hier Reisebusse und Massentourismus erwartet). So genießen wir noch eine Weile die friedliche Atmosphäre und den Ausblick vom Gyantse Kumbum über die Stadt und lassen die vielen Eindrücke auf uns wirken – wahrscheinlich werde ich nur einen Bruchteil der Erklärungen behalten können. Der tibetische Buddhismus mit seiner Götterwelt, den Reinkarnationen und vier Hauptschulen ist vielfältig und ich kann die Details hier nicht mal annähernd wiedergeben.

Nach der Klosterbesichtigung begeben wir uns auf die Kora um den Dzong und bekommen einen Einblick ins traditionelle Leben der Tibeter. In den Gassen der Altstadt sind Kühe angebunden (traditionell sind im Erdgeschoss der Viehstall und im Obergeschoss die Wohnräume der Dorfbewohner untergebracht), Tischler stellen hübsch verzierte Fensterrahmen her, im Hinterhof werden Teppiche geknüpft… nach einem schönen Ruhetag freuen wir uns, morgen wieder aufs Rad zu steigen.

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Noahs Arche

Hongkong – London, 28.12.2011 bis 29.07.2012

Von Dogubeyazit nach Muradiye 92 Km, 1050 Hm

Wir haben Glück, der biblische Berg Ararat (5.137 Meter) zeigt sich am Morgen wolkenlos. Eingekleidet in sein weißes Kleid wirkt dieser erloschene Vulkan wirklich majestätisch. Man kann in der Nähe des Ararat auch die Stelle besichtigen wo die Arche gestrandet sein soll, aber der Ort ist wohl relativ unspektakulär und wir müssten dafür zurückfahren Richtung Grenze. Wir radeln hingegen südlich von Dogubeyazit auch über einen relativ hohen Vulkan, der Tendürek Dagi. Der Pass, den wir überqueren, liegt auf 2.644 Meter und ist somit der höchste Punkt überhaupt auf unserer Tour seit Muscat. Heino (74 Jahre alt) erstaunt wiederum, er fährt die 900 Höhenmeter am Stück mit einer Leichtigkeit, die kaum zu glauben ist! Ich nenne ihn das „Puls-Wunder“

Auf der Strecke passieren wir viele kleine Dörfer, die Kinder sind etwas aufdringlich, sie stehen am Straßenrand und schreien “Money, Money“, die Hunde (manche groß wie Kälber) sind nicht weniger aufdringlich, und versetzen mach einen von uns in Schrecken.

In Muradiye angekommen klappt es dort leider nicht mit der Übernachtung, es gibt dort kein richtiges Hotel, sondern nur eine Art staatliches Hotel und das ist ausgebucht. Wir verladen unsere Räder und fahren 25 Kilometer zurück nach Caldiran und bekommen dort die Möglichkeit in einem ebensolchen zu übernachten.

Unterwegs halten wir noch an einem Wasserfall mit Lokalität, wir lassen uns dort ein richtiges BIER schmecken, nach gut einem Monat der Abstinenz.

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Windige Angelegenheit

Auf dem Dach der Welt, 06. bis 31.05.2012

103 km, 1.200 m Aufstieg, von Nangatse nach Gyantse (über KaroLa Pass 5050 m, zunehmend Gegenwind)

Ein wenig Angst hatte ich schon vor der heutigen Etappe. Den KaroLa Pass hatte im Februar niemand mit dem Rad erreicht. Heute aber haben wir gute Bedingungen: kein Wölkchen am Himmel, nur leichter Gegenwind und keine Minusgrade. So sind wir weit vor zwölf Uhr am Gletscher und genießen dort die obligatorische Nudelsuppe. Was folgt, ist „jede Art von Braun“, wie Ruth es treffend beschreibt. Nach dem schmalen Tal, das sich zum Pass hinaufzieht, öffnet sich das Land und gibt immer wieder den Blick frei auf Felder, Dörfer und Schafherden irgendwo am Horizont. Brauntöne in allen Varianten. Nur im Blick zurück ragt noch die Schneekuppe des KaroLa weiß in den Himmel.
Wir bewegen uns den ganzen Tag auf über 4.000 m Höhe, haben uns aber schon ganz gut angepasst und kommen zügig voran. Das dachten wir jedenfalls, bis uns der Wind erwischt. Was auf dem Höhenprofil nur als leicht welliges Terrain zu erkennen war, will schier kein Ende nehmen. Noch ein Hügel und noch einer und und und… Doch dann taucht die Stadt Gyantse mit der stattlichen Burg und der roten Klostermauer auf und die Anstrengung ist vergessen. Das Schmutzbier haben wir uns mehr als verdient und nach einem leckeren Abendessen fallen mir im tibetischen Hotelzimmer sofort die Augen zu.

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Iran, es war schön!

Hongkong – London, 28.12.2011 bis 29.07.2012

Von Maku nach Dogubeyazit 60Km (gefahren 15 Km, 150 Hm), Grenzüberschreitung

Es sind so an die 2.500 (tatsächlich geradelte) Kilometer und an die 20.000 Höhenmeter die wir allein durch den Iran gefahren sind. Wir hatten gerade mal nur zwei Plattfüße und zwei Stürze, die beide glimpflich ausgegangen sind. Die Koga Räder haben beide Stürze fast unbeschadet überstanden, bis auf eine kleine Acht im Hinterreifen, was aber nicht weiter verwundert, wenn der Hintermann im Feld das Rad nochmal überfährt. Ansonsten sind die Bikes, ab und zu etwas Kettenöl, nur so dahin geschnurrt.

Fast einen Monat waren wir im Iran unterwegs und wir haben uns absolut sicher und frei gefühlt. Ich denke, der Iran hat bei uns allen die Erwartungen weit übertroffen und keiner von uns und kann im nach hinein Ängste verstehen nicht in dieses wunderschöne und Kultur trächtige Land zu Reisen.

Die freigiebige Gastfreundschaft, die neugierige aber nicht aufdringliche Art der Iraner, die Hilfsbereitschaft, auch wenn man sich nicht auf einer Sprache verständigen konnte, die Herzlichkeit und der Humor, all das haben den Iran zu einen tollen Erlebnis gemacht.

Wir haben uns im Iran, wie Hans meinte, „Pudelwohl“ gefühlt. An der Grenze verabschieden wir uns nun endgültig von David unserem Reiseleiter, er hat in vielen schwierigen Situationen Geduld und Freundlichkeit nie verloren und immer eine gute Lösung gefunden. Bei den Sehenswürdigkeiten hat er uns aufs Beste informiert.

An der Grenze klappt alles ohne Probleme, treffen dort sogar eine chinesische Radgruppe, die auch nach London unterwegs ist!

Was wir vorher nicht wussten, ist, dass es einen Zeitunterschied gibt zwischen dem Iran und der Türkei von eineinhalb Stunden. Unser Türkischer Reiseleiter wundert sich natürlich als wie ihm sagen, dass er ja zu spät sei,- er ist pünktlich, nach türkischer Zeit!

Wir versuchen ab der türkischen Grenze mit dem Fahrrad zu fahren, doch leider ist das Wetter alles andere als schön, auch der über 5000 Meter hohe Berg Ararat zeigt nur seinen „Sockel“. Schließlich fängt es so stark an zu regnen, dass wir aufgeben.

Den Nachmittag nutzen wir um den osmanischen Izak Pascha Palast aus dem 17. Jahrhundert zu bewundern, eindrucksvoll liegt er auf einer Anhöhe. Der Palast war der wichtigste und zweitgrößte nach den Topkapi Palast in Istanbul, und kontrollierte die ganze Region Ost-Anatolien.

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Der erste Märtyrer

Hongkong – London, 28.12.2011 bis 29.07.2012

Von Jolfa nach Maku 145 Kilometer, 1000 Hm

Von Jolfa aus radeln wir direkt westlich am Grenzfluss Aras entlang. Es ist ein wunderschönes Flusstal, nach ca. 17 Kilometern, nochmal steil bergan erreichen wir das orthodoxe Kloster St. Stephanus*, Weltkulturerbe seit 2008, nachdem man es wieder renoviert hat. Bereits in 10. Jahrhundert war es ein bedeutendes Kloster, 1917 wurde es von den Türken in Brand gesteckt und nur teilweise genutzt. Kloster und Kirche sind heute noch ein wichtiger Wallfahrtsort für die Christlichen Armenier.

Weiter geht’s immer am Grenzfluss entlang, drüben in Azerbaijan verläuft die Eisenbahnlinie, es sind einige Militärkontrollen unterwegs, Hans muss ein Foto löschen von seiner Kamera unter Aufsicht des Soldaten; offenbar ist die Lage zwischen dem Iran, Azerbaijan und Armenien immer noch etwas angespannt.

Die Etappe ist lang heute, eigentlich hatten wir schon geplant die Räder vor Maku zu verladen, doch wir haben gut Druck auf der Pedale und erreichen Maku um 18:00 Uhr.

Morgen geht es an die Grenze. Wir bedanken uns schon einmal ganz herzlich nach dem Abendessen bei unserem Reiseleiter David, Busfahrer Mohammed und unserem “singenden” Pick-Up Fahrer Madji. Sie haben uns wirklich super betreut!

*Heiliger Stephanus, erste Märtyrer unter den Aposteln

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Der Berg ruft

Auf dem Dach der Welt, 06. bis 31.05.2012

92 km, 1.238 m Aufstieg, von Qushui nach Nangatse (über KampaLa Pass 4.785)

Eine tolle Etappe, am besten sprechen die Bilder für sich. Nur soviel: Nach dem anstrengenden Aufstieg zum KampaLa Pass – man merkt schon, dass die Luft dünner wird – fehlt es nicht an Belohnung: der Yamdrok See, ein heiliger See der Tibeter, schimmert türkisblau, dahinter ragt unser erster Siebentausender mit schneebedeckter Kuppe auf, die Landschaft ist einfach fantastisch. Ein kurzer Graupelschauer, dann radeln wir mit Rückenwind die letzten 50 km am See entlang, vorbei an Schaf- und Yakherden. Es gibt noch einige Ausfälle wegen Kopfschmerzen und Magenbeschwerden, die Etappe steckt jedem ein wenig in den Knochen, aber wir hatten einen guten Start in die Berge und ich bin guter Dinge, was die nächsten Radtage angeht. Nur der Schlaf ist noch unruhig, was sicherlich an der Höhe (gute 4.440 m über Meeresspiegel), mehr aber an den Hunden liegt, die anscheinend tagsüber in der Sonne dösen und sich nachts zum gemeinsamen Konzert treffen.

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