Träumchen

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Die letzten beiden Tag waren ungelogen sehr schön. Wir wurden von der Sonne beschienen und vom Verkehr verschont, wir fuhren lange Wege durch steile grüne Täler – erst durch die Teegebiete von Pingli, dann durch die Schluchten des südlichen Shaanxi. Die Strecken selber waren nicht ohne und so dahinrollen war wirklich nicht angesagt, aber die Mühen haben sich gelohnt. Das anstrengendste fand eigentlich gestern Abend statt: Im wunderschönen Cuimingyuan jenseits jeder Zivilisation hatte sich eine Gruppe neureicher junger Chinesen einquartiert, außer uns die einzigen Gäste. Wenn es in so einem Fall lauter und lauter wird im Nachbarzimmer, dann weiß man eigentlich immer, was gleich kommt…

Mit einer Gruppe angetrunkener Chinesen in der Abgeschiedenheit zu verweilen, bringt ein paar Probleme mit sich, man wird trinken müssen, will aber natürlich gut und geschmeidig durchkommen. Gesichtsverlust ist ein wichtiges Thema. Man muss geschickt argumentieren, gut ist immer “aber wir müssen doch noch Radfahren. Und außerdem trinken wir nie, könnten wir gar nicht, wir sind nichts gewohnt, ihr seid der Hammer, was, 5 Bier? Krass…”. Dann werden die Herren stolz und nachsichtig. Schwierig ist es deshalb, weil wir zu diesem Zeitpunkt meistens schon Bierflaschen in der Hand haben. In China trinkt man aus kleinen Gläsern. Hier aus Bierflaschen zu trinken ist in etwa so, wie wenn man bei uns aus Weinflaschen trinken würde. Und unsere Frauen schonen sich auch nicht.

Nichtsdestotrotz: wir sind um den Schnaps herum gekommen, uns wurde gesungen, auf unseren Rücken wurde rumgehauen, Tränen der Rührung wurden vergossen. Es wurde sich auch höchst spendabel gezeigt, aber letztendlich konnten wir einen guten und soliden Abgang machen, und dann heute die Königsetappe, bestens vorbereitet und ein Klacks.

26.04.2012:

27.04.2012:

Print Friendly

Kommentare geschlossen.