Steinwald – ja oder nein

Die Oberen Schluchten des Yangzi, 17.09. bis 09.10.2013

Spaziergang im Steinwald und Stadtrundgang in Kunming

Wieder einmal habe ich mich überzeugen lassen, dass sich ein Besuch im Steinwald lohnt. Entstanden vor etwa 270 Millionen Jahren auf dem Grund des Meeres, hat sich der Kalkstein mit der Verschiebung der Kontinentalplatten allmählich gehoben und regt mit seinem dunkelgrauen, hohen, oft zackig geformten Steinsäulen die Fantasie an. Hier ist ein Kamel, dort eine Schildkröte, weiter hinten befinden sich Romeo und Julia auf Chinesisch, man könnte tagelang Geschichten erfinden.

In China gibt es nennenswerte Karstformationen in Guilin/Provinz Guangxi, in Libo/Privinz Guizhou und eben den Steinwald bei Kunming in Yunnan. Im offiziellen Prospekt – der Naigu Steinwald ist Unesco Weltnaturerbe – kann man nachlesen, dass es sich an dieser Stelle vor allem um Dolomitkalk handelt, der wasserresistenter als reiner Kalk sei und nur an wenigen Orten auf der Welt ähnlich geartete Felsformationen gebildet hat. So reiht sich der Naigu Steinwald in die (zumindest laut Henning) bekannten „pinnacle Karste“ Gunung Mulu in Malaysia, Bemaraha in Madagaskar und den Mt Kaijende in Papua Neuguinea ein. Wir wandern gute drei Stunden auf kleinen Wegen durch den Karst und nutzen auch die gesähte Blütenbracht, um das eine oder andere Foto zu machen.

Auf dem Rückweg haben wir unerwarteterweise nicht im Stau gestanden und noch genügend Zeit, um den nahen Yuantong-Tempel, die Altstadt und sämtliche Märkte und Fußgängerzonen Kunmings zu erkunden. Morgen müssen wir in aller Frühe aufbrechen, dann geht es nach Shanghai, der Stadt der Superlative.

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