Am Tuul entlang zu Dschingis Khan

120. Reisetag, von Ulanbaataar bis Terelj, 93 km. Von Simon Preker.

Wir sammelten uns morgens zu einem Geburtstagsständchen, bevor wir das Stadtgebiet hinter uns ließen und eine etwas ruhigere Straße am Fluß Tuul entlang rollten. Die Strecke führte uns durch das noch unter der Verwaltung Ulanbaataars stehende Bergarbeiternest Nalaikh. Nur noch der neben dem Ort liegende Friedhof, auf dem die kasachischen Bergleute begraben liegen, zeugt noch vom inzwischen eingestellten Kohleabbau.

Sonntäglicher Ausflugsverkehr und Stände am Straßenrand, an denen Raubvögel, Kamele und Kostüme für Fotos herhalten dürfen, kündigten unser erstes Ziel an, das Bildnis Dschingis Khans.

Seit 2008 türmen sich rund 57 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt 250 Tonnen Edelstahl in

Weiter lesen…

Airag auf dem Weg nach Ulanbaataar

119. Reisetag, vom Jurtencamp bei Bornuur bis Ulanbaataar, 115 km. Von Simon Preker.

Nach einem angenehmen Start erwartete uns ein feucht-kalter Reisetag mit einigen Strapazen. Da uns ein kleiner Pass bevorstand, stärkten wir uns vormittags mit einem Schluck fermentierter Stutenmilch. „Airag“, auch bekannt unter ihrem mongolischen Namen „Kumis“, schmeckt intensiv, leicht alkoholisch und hinterlässt den Geschmack von einem starken Parmesan auf der Zunge. Es scheint aber kein Ladenhüter zu sein, denn die Hälfte aller Jurten bietet aufgrund der beachtlichen Nachfrage am Straßenrand große PET-Flaschen mit der weißen Flüssigkeit feil.

Bis zur Mittagspause waren wir nass bis auf die Knochen und vesperten in einer Jurte, in der wir uns am

Weiter lesen…

Radreise-Auszeit in der Geheimen Mongolischen Geschichte

Bilderbuch vom 118. Reisetag am Ruhetag im Jurtencamp „Mongolian Secret History“ an einem bewölkten und nieselnassen 18-20°C-Sommertag. Von Peter Frenzel.

„Den heutigen Tag verbringen wir in der näheren Umgebung.“, steht im Reiseprogramm. Diese Umgebung ist ca. 120 km von Darkhan entfernt und liegt 7 km abseits der Autostraße Richtung Ulaanbaatar. Ja, wir sind seit 2 Tagen in der Mongolei (amtlich Монгол Улс/Mongol Uls; /mongɣol ulus, wörtlich: Mongolischer Staat) unterwegs.

Das Land ist immerhin viereinhalb mal so groß wie Deutschland, aber mit rund 3 Millionen Einwohnern der am dünnsten besiedelte Staat der Welt mit weniger als 2 Einwohnern pro km² . [Mehr darüber u.a. auf https://de.wikipedia.org/wiki/Mongolei]

Links und rechts der

Weiter lesen…

Durch die grün-violetten Täler Selenges

117. Reisetag, von Darkhan bis zum Jurtencamp bei Bornuur, 119 km. Von Simon Preker.

Aus der Stadt hinaus fuhren wir zunächst gemütlich neben der Eisenbahn entlang, bevor wir nach der ersten Pause gleich drei Gegner gestellt bekamen: Es regnete in unregelmäßigen Abständen, wir hatten eine kontinuierliche Steigung zu bewerkstelligen und der Gegenwind ließ uns nur unter großer Anstrengung nach Süden voran. Die letzten 20 Kilometer vor der Mittagspause waren hingegen ein reines Fahrvergnügen mit langen und malerischen Abfahrten im Trockenen.

Nach dem Mittagessen zogen rechter Hand von violetten Blumen überzogene Hänge vorbei und wir durchquerten den Ort Bayangol. Bei einer Pause stärkten wir uns mit reifen Nektarinen und genossen

Weiter lesen…

Durch die trockenen Winde nach Darkhan

116. Reisetag, vom Jurtencamp bei Sükhbaatar bis Darkhan, 121 km. Von Simon Preker.

Nach rund 65 Kilometern und reichlich Gegenwind fand in einem kleinen Landstraßenrestaurant die Staffelübergabe statt. Das Team, das sich über die letzten Monate in Russland bewährt hatte, kehrte nach Norden zurück und wir strampelten weiter nach Süden. Der mongolische Verkehr stellte sich im Vergleich zum russischen als weniger halsbrecherisch dar. In unregelmäßigen Abständen zogen vor allem gebrauchte Toyatas (trotz Rechtsverkehr mit dem Steuer rechts) mit winkenden Familien, meist ausreichend Abstand haltend, an unserer Gruppe vorbei.

Trotz der Wolken und des kühlenden Windes ließen sich die hohen Temperaturen bei jedem Schluck aus den aufgewärmten Wasserflaschen erahnen. In drei

Weiter lesen…

Sommerhitze in Kjachta

114. Reisetag, von Gussinoosersk bis Kjachta, 124 km bei 28°C. Von Olga Korolenko.

Morgens nach dem Frühstück fuhren wir weiter zur russisch-mongolischen Grenze. Die ersten 51 km waren sehr angenehm – frisch und nicht zu sehr bergauf. Nach einem Anstieg von nur 2 km ging es dann wieder bergab. Unterwegs haben wir 4 Stupas gesehen (in dieser Region liegt der Geburtsort von vier Hauptlamas in Russland), dann ein buddhistisches Kloster und ein paar Kilometer weiter ein orthodoxes Kloster. Danach wollten plötzlich viele, viele Schafe und Ziegen die Autobahn überqueren. Für die Einheimischen ist das eine ganz normale Situation ?

Die Landschaft hat sich später total geändert – es gab

Weiter lesen…

Das buddhistische Kloster Iwolginsker Datzan und Gartenmarkt in Orongoj

113. Reisetag, von Ulan-Ude bis Gussinoosersk, 124 km bei 15° bis 27°C. Von Olga Korolenko.

Morgens nach dem Frühstück im Hotel “Ulan-Ude” sind wir wieder weitergefahren. Nach 36 km Fahrt haben wir eines der Hauptklöster des Buddhismus in Russland erreicht – Iwolginsker Datzan (es wurde 1946 errichtet). Dort haben wir einen Rundgang gemacht und einige Tempel besucht (Tempel heißt auf Russisch “Dugan”, und buddistische Stupa heißt hier “Suburgan”). Dieses Kloster ist eigentlich eine Universität (mit nur drei Fächern: Astrologie, Medizin und Kunst) und stellt gleichzeitig das Zentrum des Buddhismus in Russland dar. Hier befinden sich die heiligen Gebeine des Hambo-Lama Itigelow. Er hat sich für den Lamaismus geopfert und ein

Weiter lesen…

Wasserwandern in Ulaan-Ùde, der Hauptstadt Burjatiens

Bilderbuch vom Ruhetag am 112. Reisetag in Ulan-Ude, bedeckt und regnerisch bei 18-20°C. Von Peter Frenzel.

Ein letztes städtisches Highlight auf russischem Boden erleben wir noch, genauer gesagt, auf burjatischem. Hier in Ulan-Ude (Улан-Удэ; burjatisch Улаан-Үдэ, Ulaan-Ùde), der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien leben mehr als 400.000 Menschen. Die russisch-orthodoxe und die buddhistische Religion harmonieren friedlich miteinander. Ulan-Ude ist das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum der Region.

Gegründet im Jahre 1666 wechselte der Ort mindestens viermal den Namen: Udinskoje simowje (Siedlung Udinskoje / Уди́нское) bis 1680, Udinski ostrog (1680–1690), Udinsk (1690–1735), Werchneudinsk bzw. Werchne-Udinsk (Верхнеуди́нск, 1735–1934) und seit dem 27. Juli 1934 nun Ulan-Ude (burjatisch für Rote Uda). Das Stadtrecht

Weiter lesen…

Eine echte Herausforderung mit kleinem Gebirgspass

111. Reisetag, von Possolskoje nach Ulan-Ude, 147 km bei 20°C. Von Olga Korolenko.

Am frühen Morgen sollten wir uns von Ulyana (der Gastgeberin) verabschieden und noch ein Stück von knapp 150 km weiterfahren. Das Wetter war sehr angenehm, nicht heiß und kein Regen. Wir sollten 12 km in Richtung Possolskoje zurückkehren und dann weiter die Hauptstraße entlang fahren. Kurz vor Ende von diesem Stück haben wir ein Schild gesehen mit dem Hinweis „40% Steigung“, solche steilen Steigungen sind uns noch nie begegnet. Aber ich vermute, es sollte 4% sein.

Danach ging es die Hauptstraße entlang, wo auf einmal der Wind aufkam. Die Landschaft war ganz flach, aber bei dem starken

Weiter lesen…

Ausruhen im Fischerdorf am Ufer des Baikal

Bilderbuch vom Ruhetag am 110. Reisetag in Possolskoje (Посольское), sonnig und warm mit frischer Meeresbrise. Von Peter Frenzel.

Das Fischerdorf Possolskoje wurde 1652 gegründet und liegt direkt am Baikal im Kabansker Rayon (Каба́нский райо́н; Burjatisch: Хабаансхын аймаг). Dieser ist 13.470 Quadratkilometer groß und hat ca. 60.000 Einwohner. In Possolskoje leben etwa 800 Menschen. Es gibt eine Schule, einen Kindergarten, ein Kulturhaus, ein Ambulatorium für die medizinische Versorgung, eine Poststelle und hier ist auch die wirtschaftliche Adminstration der Siedlung (администрация сельского поселения) sowie der Absatzgenossenschaft der Kabansker Fischfabrik. (СПК „Рыболовецкая артель“ Кабанский рыбозавод)

Die Grenzen zur Mongolei und zu China sind nicht weit entfernt, sodass es auch im 16./17. Jahrhundert für

Weiter lesen…