Nasser Abschied von Hongkong

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Lantau, letzter Tag bei Regen. Besuch des großen Buddhas von Lantau und anschließend Transfer zum Flughafen.

Der Himmel ist trüb,
der Regen sprüht fein,
Volker muss in Hongkong sein.

Das uns das ausgerechnet am letzten Tag noch ereilen musste…. Es hatte den Anschein, dass unser firmeneigener Regenmacher Volker heimlich nach Hongkong gereist war. Der Regen war zwar nicht sehr stark, aber beharrlich. Trotzdem machten sich 4 wackere Reisende auf, dem großen Buddha von Lantau zu huldigen. Wir fuhren mit dem öffentlichen Bus Nr. 2 von Mui Wo zum großen Buddha. Der war trotz seiner Größe gar nicht leicht zu entdecken, denn er versteckte sich in den Wolken. Chinesen finden sowas ja immer sehr romantisch aber ich persönlich kann auf solch feuchte Romantik gut verzichten. Ich hab’s lieber unromantisch sonnig. Da der Regen mittlerweile zugenommen hatte, trieben wir uns nicht lange bei dem im Freien sitzenden Riesen-Buddha herum, sondern schauten uns den dazugehörigen Tempel von innen an.

Eine kurze Weile nachdem wir mit dem Bus Nr. 2 wieder zurück in Mui Wo waren mussten wir denn auch schon die bestellten Taxis zum Flughafen besteigen. Beinahe wären die Taxen ohne mich abgefahren, da ich meinen Koffer aus platztechnischen Gründen im zweiten Taxi unterbringen musste. Als mein Koffer gerade verstaut war sah ich, dass das erste Taxi in dem ich sitzen sollte gerade losfuhr. Ich rannte hinter dem Taxi her und erreichte es gerade noch an einem Verkehrskreisel. Das morgendliche Duschen war damit schon wieder für die Katz.

Wir erreichten den Flughafen eigentlich sehr zeitig und dennoch war der Flug angeblich schon voll. Eine Umbuchungsoption auf einen Direktflug nach Frankfurt wurde angeboten für den Fall, dass im ursprünglich gebuchten Flugzeug tatsächlich keine Plätze mehr zu bekommen waren, doch wie es ausging konnte ich leider nicht mehr verfolgen, da ich nicht mit nach Deutschland zurück flog, sondern weiter nach Taiwan. Ich hoffe sehr, dass unsere prima Truppe noch gut heim gekommen ist und der letzte Eindruck dieser schönen Reise nicht noch getrübt wurde.

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Lantau

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Umzug nach Lantau und Wanderung im südlichsten Zipfel er Insel.

Der Frühstücksladen war der gleiche wie gestern aber die Bedienung war eine andere. Die Zeiten, dass Hongkonger alle passabel Englisch sprechen sind definitiv vorbei wie wir am eigenen Leib feststellen mussten. Unsere heutige Bedienung stocherte in ihrem englischen Phrasenschatz herum und wir hatten schon den Eindruck, dass sie verstanden hatte was wir essen wollen. Als dann aber von 6 Personen nur eine das bekam was sie auch bestellt hatte, mussten wir unseren Eindruck revidieren.

Das Frühstück war an diesem Morgen aber nicht das einzige was nicht klappte. Nach dem Auschecken wollten wir mit dem Taxi zum Fähranleger nach Central rüber fahren. Aber kein Taxi wollte uns nach Central auf Hongkong Island rüberfahren. Alle Taxifahrer sagten „Kowloon only“. Einer tat sogar, als wisse er nicht wo Central liegt. Schließlich fuhren wir mit der U-Bahn. Es blieb uns ja auch nichts anderes übrig. Die Fährfahrt dauerte auch wieder nur 20 Minuten und dann waren wir auf Lantau und checkten im Silvermine Beach Hotel ein.

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf zum Busterminal. Wir warteten auf Bus Nr. 1, der uns auf einer knapp 30 minütigen Fahrt zum Shek Pik Stausee brachte. Dort begannen wir unweit eines Hochsicherheitsgefängnisses zu wandern. Auch hier war es wieder absolut grün und absolut ruhig. Wir hatten eigentlich vor, vom Stausee nach Tai O zu wandern. Da wir leider relativ spät mit der Wanderung begonnen hatten, waren wir um 16:00 Uhr noch nicht mal bis zur Hälfte vorgedrungen. Und da es hier um 18:00 Uhr schon dunkel ist, hatten wir arge Bedenken, dass wir Tai O noch bei Helligkeit erreichen. Also machten wir kehrt und wanderten zurück zum Stausee.

Als wir uns um 19:00 Uhr zum Abendessen trafen, regnete es recht heftig. Bequemerweise entschieden wir uns an unserem letzten gemeinsamen Abend im Hotelrestaurant zu essen. Wir haben sicher schon besser gegessen auf dieser Reise, aber dafür wurden wir nicht nass.


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Hongkongs grüne Seite

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Wanderung über Lamma Island und von Aberdeen hoch zum Victoria Peak.

Die verschiedenen Verkehrsmittel Hongkongs hatte wir schon gestern ausprobiert. Von der U-Bahn über die Star Ferry bis hin zur doppelstöckigen Straßenbahn. Heute war dann die U-Bahnfahrt schon reine Routine. Wir fuhren zu den Fähranlegern zu den Outlying Islands. Eine rund 20 minütige Bootsfahrt brachte uns nach Lamma Island, eine der größeren zu Hongkong gehörenden Inseln. Dort wanderten wir auf dem Family-Trail von Yong Shue Wan nach Sok Kwu Wan. Lamma Island ist enorm grün und sehr entspannend. In einem Aussichtspavillion machte wir Rast und eine Obstpause und genossen sowohl Aussicht als auch eine Pomelo, die Anke schon seit Tagen für einen besonderen Anlass im Rucksack beförderte. In Sok Kwu Wan aßen wir zu Mittag, immer den Fähranleger im Auge, denn die Fähre fuhr hier nur alle 2 Stunden. Die wollten wir nicht verpassen. Als die Fähre dann anlegte, wurden schnell noch ein paar Bissen herunter geschluckt und es ging los auf die Fähre.

Von Aberdeen wanderten wir dann stetig bergan anfangs über einen Friedhof und schließlich durch wild wucherndes Grün, von dem die meisten Menschen nicht annehmen, dass es sowas in Hongkong überhaupt gibt, zum Victoria Peak hinauf. Der Peak ist die höchste Erhebung Hongkongs und hat eine Tramstation, die neben einer umfangreichen Shopping Mall auch mehrere Aussichtsplattformen beherbergt. In einem Café warteten wir die Dämmerung ab und fanden uns dann um 18:00 Uhr auf der höchsten Plattform ein. Der Blick fasziniert mich jedes Mal wieder, obwohl es heute leider recht bewölkt war und die Sicht daher nicht ganz ungetrübt.

Mit der Peak-Tram fuhren wir dann hinunter und dann mit der U-Bahn hinüber aufs Festland nach Yaumatei. Dort speisten wir in einem typischen hongkonger Restaurant. Ein ziemlich großer Laden, der ständig die Tischplatten austauschte je nachdem wie groß eine Gesellschaft war. Die Tischplatten wurden wie Wagenräder durch das Restaurant gerollt und dann auf das Tischgestell gelegt. Das war ein ganz schönes Hin- und Hergerolle, denn der Laden brummte ganz ordentlich. Den Abend beschlossen wir dann relativ früh, denn morgen müssen wir ja umziehen nach Lantau.


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Hongkong, der Hafen der immer noch duftet

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Mit dem Schnellboot nach Hongkong und dort eine erste Runde durch die Stadt zum Kennenlernen.

Kein Taxi wollte uns die 1,5 Stunden bis zum Fähranleger bringen. Man habe dann eine zu lange Leerfahrt wieder zurück. Also hatte ich über das Hotel einen Minivan bestellt. Der war dann doch ein wenig eng und die anderthalb Stunden Fahrt gestalteten sich ziemlich kuschelig. Die Fähre nach Hongkong war ein Schnellschiff, das nur 2,5 Stunden bis nach Hongkong brauchte.

Was mir als erstes auffiel, war dieser typische Geruch, den die Stadt ausströmt. Ich fand schon immer, dass die Luft in Hongkong einen ganz eigenen Duft hat. Das passt natürlich zum Namen der Stadt, der „Duftender Hafen“ bedeutet. Im Fährterminal warteten wir dann auf den Fahrer, der uns ins Hotel fahren sollte. Der kam aber nicht, also fuhren wir mit dem Taxi. In China klappten die Transfers immer gut und ausgerechnet in Hongkong kam keiner.

Und prompt stolperten wir auch noch ins falsche Hotel. Dort erklärte man uns hier sei das Casa Hotel und wir hätten das Casa Deluxe gebucht. Das war einfach nur ein Haus nebenan. Wer kann das auch ahnen.

Am Nachmittag machten wir eine kleine Runde von Kowloon rüber nach Hongkong Island und wieder zurück nach Kowloon, wo wir in der Tempelstreet essen gingen. Der erste Tag machte schon mal Lust auf mehr von Hongkong. Schon seit meinem ersten Hongkong Besuch 1991 fand ich diese Stadt äußerst faszinierend und freue mich schon auf den morgigen Tag, der uns Hongkong in den verschiedensten Facetten zeigen wird.

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Nicht abwarten, Tee trinken

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Guangzhou zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmittel.

Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Wir wurden ganz schön durchgerüttelt und von etwas gröberen Stößen wurden wir alle immer mal wieder wach. Entsprechend gerädert kamen wir in Guangzhou an.

Die Fahrt ins Hotel auf der ehemaligen Kolonial-Insel Shamien Island dauerte etwa 45 Minuten. Da wir schon um 07:00 Uhr morgens ankamen waren natürlich noch nicht alle Zimmer gemacht, also gingen wir erst einmal in der Nähe des Hotels Frühstücken. Natürlich gab es Dim Sum. Das erste Mal auf der Reise wurden wir als erstes gefragt ob wir Tee trinken wollen. Ich dachte mittlerweile schon, was denn mit China los sei, dass man nirgends mehr Tee angeboten bekommt. In manchen Restaurants gab nicht mal auf Nachfrage welchen. Nicht so in Guangzhou. Das freute uns.

Nach dem Frühstück ging es dann ins Hotel zurück und erst mal duschen und Klamotten wechseln. Danach fühlten wir uns wie neu geboren und gingen auf den berühmten Qingping-Markt, der nördlich der Insel liegt auf der wir wohnen. Besonders beeindruckend ist hier die Vielzahl an chinesischen Heilkräutern und sonstigen Dingen, die die traditionelle chinesische Medizin so nutzt.
Den Nachmittag verbrachten wir im Ahnentempel der Familie Chen. Dieser Ahnentempel wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut mit dem vorrangigen Ziel, den Nachwuchs des Chen Clans auf die kaiserliche Beamtenprüfung vorzubereiten. Es war also eigentlich eine Privatschule für die Familie Chen. Der Tempel ist sehr kunstvoll verziert und von daher auch wie geschaffen für die dort befindliche Ausstellung chinesischen Kunsthandwerks.

Den Rest des Nachmittags schlenderten wir durch die Altstadt Guangzhous und durch die Fußgängerzone, da einige von uns noch ein paar Einkäufe erledigen wollten bevor es nach Hongkong ging.

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Abschied von den Rädern

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Ein Tag in Zhangzhou, bei bewölktem Himmel. Erst Sightseeing inZhangzhou dann Nachtzug nach Guangzhou

Ich hatte an der Rezeption gefragt, was in Zhangzhou außer der Altstadt noch sehenswert sei. Ich wurde ausgelacht. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Sonst sind die Leute eher stolz auf ihre Städte und empfehlen einem eher jedes noch so unwichtige Detail der Stadt. Nachdem die Rezeptionisten noch den Dutymanagher und die Hotelpagen hinzugezogen hatten, einigte man sich darauf, dass der Nanshan-Tempel besichtigt werden könne, wenn man denn in Zhangzhou unbedingt noch etwas sehen wolle.

Also fuhren wir hin und wurden angenehm überrascht. Der Tempel aus dem 8. Jahrhundert war nicht nur absolut idyllisch be ruhig, sondern auch total untouristisch. Es hatte den Anschein, als wären wir die ersten Touristen überhaupt gewesen. Nur die Tatsache, dass es Tickets für den Einlass gab, holte uns auf den Boden der Realität zurück. Wir beobachtete Mönche bei ihren buddhistischen Praktiken und eine große Menge alter Frauen bei einer Art Gebetszeremonie.

Auf dem Rückweg in die Stadt machten wir noch eine Runde im Zhongshanpark, der aber nicht sonderlich spektakulär war. Anschließend suchten wir den Radladen in dem wir unsere Fahrräder abgeben sollten. Verwirrend war, dass es die Xinhua Road, in der der Radladen sein sollte zweimal gab. Eine von West nach Ost und eine von Nord nach Süd. Und irgendwo kreuzten die sich. Wir nahmen Abschied von den Rädern die uns die letzten Tage so gut gedient hatten und von nun an würden wir alles zu Fuß erledigen müssen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging jeder seiner eigenen Wege und doch trafen wir uns fast alle in dem netten kleinen Kaffee in der Altstadt in dem wir schon gestern gesessen hatten.
Abends wurden wir abgeholt und zum Bahnhof gebracht. Wir fuhren mit dem Nachtzug nach Guangzhou, der berühmten Metropole am Perlfluss. Der Zug war schon älteren Datums aber noch gut in Schuss. Was ich noch nie zuvor erlebt hatte war, dass der Zug kein Bordrestaurant hatte. Zum Glück hatten wir etwas Obst und Kekse gekauft. Sonst hätten wir hungrig ins Bett gehen müssen.

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Was die UNESCO mal erwägen sollte

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Fahrt von Nanjing nach Zhangzhou, 42 km bei bewölktem Himmel und zeitweisem Nieselregen.

Der heutige Morgen begrüßte uns mit Nieselregen. Wir fuhren erst mal in die Stadt um zu frühstücken. Nudelsuppe mit oder ohne Fleisch.
Zu Beginn der Etappe fuhren wir auf der Landstraße in Richtung Zhangzhou. Es war viel los an diesem Morgen,deshalb war die Fahrt bis dahin wenig romantisch. Nach etwa 10 Kilometern bogen wir auf eine Seitenstraße ab und es ging durch kleine Dörfer und auf Feldwegen durch Gemüsefelder und Bananenplantagen. Bananen soweit das Auge reicht. Nach weiteren 10 Kilometern führte uns der Track leider wieder zurück auf die vielbefahrene Landstraße. Zu kurz war der kleine Ausflug ins Grüne, der Einblick ins Landleben. Die restlichen 23 Kilometer verblieben wir auf der Landstraße die schon sehr stark frequentiert war obwohl sie noch nicht komplett fertig war. Auf der nächsten Tour werde ich auf alle Fälle versuchen noch mehr Nebenstrecken zu finden, denn die sind absolut sehenswert auch wenn sie vielleicht etwas schwieriger zu fahren sind.

In Zhangzhou angekommen, wartete dann noch eine Überraschung auf uns. Unser Gepäck war nicht da. Ich rief den Gepäckfahrer an, der behauptete, die Koffer ordnungsgemäß abgeliefert zu haben. Wie sich schließlich herausstellte, leider im falschen Hotel. Glücklicherweise war das andere Hotel, dessen Namen dem unseres Hotels recht ähnlich war, nur einige Hundert Meter entfernt. Also machte ich mich mit einem Pagen unseres Hotels mit einem Kofferwägelchen auf den Weg unsere Koffer wieder einzufangen.

Nach der stärkenden Huntun-Suppe suchten wir mit Stadtplan bewaffnet die Altstadt von der es hieß, dass sie sehenswert sei. Das war nicht übertrieben. Die Altstadt von Zhangzhou ist wirklich sehr urig, untouristisch und größtenteils intakt. Hier sitzen noch die Alten und trinken Tee, der Schuster repariert in seinem Lädchen Schuhe für 5 Yuan und nebenan zerlegt der Metzger gerade ein Schwein. Soweit mir bekannt ist, hat China die Altstadt von Zhangzhou vorgeschlagen für die Aufnahme als Weltkulturerbe. Wenn ich Stimmrecht hätte wäre ich in jedem Fall dafür.
Wir tranken einen Kaffee in einem schönen Kaffeehaus in einem kolonialen Gebäude und gingen anschließend in einem exquisiten Sichuanrestaurant essen. Lecker aber ganz schön scharf.


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Das grüne blaue China

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Radtour von den Tulous nach Nanjing, strahlende Sonne gepaart mit toller Natur und tendenziell bergab.

Das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages heißt es. Die Chinesen scheinen das anders zu sehen. Denn ich finde, dass das Frühstück bei weitem den anderen Tagesmahlzeiten nicht das Wasser reichen kann. Wir bekamen Mantous (gedämpfte Hefebrötchen) und Reissuppe sowie ein bis zwei warme Gemüsegerichte. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig aber es nährt auch seinen Mann oder Frau. Das können wir heute sicherlich auch brauchen, denn wir haben knapp 90 km vor uns.

Die Etappe ist die schönste der bisherigen Tour. Wir radeln vorbei an weiteren Rundhäusern durch üppige subtropische Naturlandschaft und lange Zeit um einen Stausee herum. Nachdem wir unterhalb der Staumauer angekommen sind wird es etwas holprig, denn die Strecke führt über einen Feldweg an einem kleinen Kanal entlang. Aber die Landschaft bleibt schön. Nach 65 km kommen wir auf eine Landstraße auf der wir dann auch bleiben bis wir in Nanjing angekommen sind. Es handelt sich hier natürlich nicht um das bekannte Nanjing am Yangzi, die alte Kaiserstadt, sondern um eine kleine Kreisstadt in Fujian.

Unser Hotel ist eines der neuesten am Platz aber leider ein wenig außerhalb. Nach der sehr nötigen Dusche schwingen wir uns dann nochmal auf die Räder auch wenns dem Hintern ein wenig schwer fällt und radeln nochmal in die Stadt zum Abendessen. Auf dem Rückweg fuhren wir am Fluss entlang in der Hoffnung ein abendliches Zusammentreffen mit Tanz zu finden. Wir fanden dann allerdings etwas mehr als das. Es war ein regelrechtes Volksfest im Gange mit Tanzshow und jeder Menge Kinderbelustigung. Wir schlenderten über dieses Fest und machten uns dann auf den Rückweg ins Hotel. Der Rest ist dann schon Routine. Erguotou und ab in die Falle.


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Vier Gerichte und eine Suppe

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Radtour zu den Rundhäusern der Hakka bei Sonnenschein. Strecke etwa 20 km überwiegend bergauf

Gestern Abend hatte ich kein Huhn bestellt, obwohl es mir der Herbergsvater angeboten hatte. Heute Morgen habe ich die Entscheidung arg bereut. Heute Abend werde ich diesen Hahn bestellen, der mich in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf gerissen hat.

Naja, wir wohnen halt auf dem Lande. Ziemlich tief sogar. Aber genau das macht ja den Reiz aus. Heute schauten wir uns mal ein wenig intensiver in der Umgebung hier um. Wir fuhren mit den Rädern durch die Gegend, in der immer wieder kleine Dörfer mit den Rundhäusern aus Lehm, den sogenannten Tulous, auftauchen. Wir fuhren stramm bergauf bis zu einem Ort namens „Tian Luo Keng“ wo die berühmte Toulou-Siedlung „Vier Gerichte und eine Suppe“ steht. Hierbei handelt es sich um vier runde Tulous die im Quadrat angeordnet sind und in der Mitte steht ein viereckiges Tulou. Es gibt keinen Souvenirladen im Umkreis von 100 km der nicht ein Model oder ein Gemälde von dieser Rundhaus-Siedlung im Angebot hätte.

Die Tulous sind einst ab dem 12. Jahrhundert gebaut worden um sich besser gegen Angreifer verteidigen zu können. In der Gegend der Provinz Fujian, die sich durch zahlreiche Inseln vor ihrer Küste auszeichnet, befanden sich jede Menge Piratennester. Um sich gegen die Piraten zu schützen, bauten die Hakka massive Rundhäuser mit gestampften Lehmwänden von manchmal bis zu mehreren Metern stärke. Die Häuser hatten kaum Fenster aber einen großen Innenhof in den genug Licht viel. Die Rundhäuser hatten nur einen Zugang und waren somit sehr gut zu verteidigen.

In einem der „Vier Gerichte“ aßen wir zu Mittag und radelten anschließend wieder zurück nach Taxia, wo wir am Nachmittag den Ort etwas genauer unter die Lupe nahmen. Das Abendessen nahmen wir wieder in unserem Tulou ein wo uns die Herbergsmutter wieder ein köstliches Mal mit 7 Gängen kochte. Bier und Erguotou rundeten den Abend wieder ab. Zulange können wir allerdings nicht dort sitzen, denn das würde die Bewohner des Tulous stören. Außerdem kräht morgen früh wieder der Hahn , den wir doch nicht auf dem Teller oder vielmehr in der Suppe hatten. Denn das Suppenhuhn war heute Abend eindeutig ein Mädchen.


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Landverschickung

Das Blaue China, 18.10. bis 09.11.2014

Bustransfer von Xiamen zu den Rundhäusern der Hakka

Wir frühstückten noch gemeinsam und dann ging jeder seiner eigenen Wege. Der Vormittag stand zur freien Verfügung. Um 12:00 Uhr trafen wir uns wieder um aus dem Hotel auszuchecken und gemeinsam Mittag zu essen. Wir entschieden uns dann allerdings dafür individuelle Verpflegung und für die anstehende Busfahrt etwas Obst mitzunehmen. Also kaufte jeder nach Lust und Laune ein.

Wir ließen einen Kofferfahrer kommen, denn zur Fähre war es ein Fußmarsch von mindestens einer Viertelstunde. An der Fähre war der Teufel los. Es hatte den Anschein,, als müsse Gulangyu evakuiert werden. Aufgrund des großen Andrangs kamen wir nicht auf die bereits dort wartende Fähre und mussten auf die nächste warten. Unser Busfahrer für den Transfer zu den Rundhäusern der Hakka scharrte schon mit den Hufen und rief mehrmals an wo wir denn blieben.

Als wir es endlich geschafft hatte überzusetzen, mussten wir noch unsere Fahrräder im Radladen abholen. Wir hatten sie über Nacht dort gelassen, da wir sie nicht mit auf Gulangyu nehmen durften und im Hafen wollte ich sie auch nicht über Nacht stehen lassen. Also mussten wir die Räder nun holen und das verzögerte unsere Fahrt ins Gebiet der Hakka nochmals.

Die Fahrt verlief dann reibungslos bis zum Eingang in das Areal mit den berühmten Rundhäusern. Hier setzte uns unser Fahrer dann ab und behauptete, er dürfe mit seinem Bus nicht in das Gebiet hinein. Wie sich später herausstellte, als der Bus schon weg war, ist das vollkommener Quatsch. Nun standen wir dort am Eingang mit Gepäck und Rädern. Die Ticketverkäufer meinten es sei noch 2 km bis zu unserer Herberge den Vorschlag den Hotelbetreiber anzurufen damit er uns abzuhole.

Nach 20 Minuten kam er dann auch aber mit seinem PKW. In den gingen nicht mal unsere Koffer alle rein. Er rief dann noch ein kleines Lasten-Tuktuk. Nach etwa einer Stunde konnten wir uns dann auf den Weg zu unserer Herberge machen. Wir fuhren mit den Rädern und unser Gepäck im Tuktuk.

Die Herberge steht relativ am Ende des kleinen Ortes Taxia. Hier ist im näheren Umkreis nichts. Hier sind wir so richtig auf dem Land. Unsere Herberge ist eins der urigen Rundhäuser der Hakka und hat ein paar Gästezimmer. Die Hakka Familie, die es betreibt, wohnt auch dort. Zu unserer Ankunft hatten sie die überall angebrachten roten Lampions angemacht. Das sieht im Dunklen recht romantisch aus. Der Hotelier lud uns zur Begrüßung in sein Wohnzimmer zum Teetrinken ein und seine Frau kochte uns in der Zeit ein Menü mit 7 Gängen. Anschließend gab es noch Bier und einen Absacker in Form eines Erguotou Schnapses. Ein sehr populärer Schnaps aus Beijing. Das gehört zur Tour, denn schließlich machen wir ja die Reise „Das Blaue China“.

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