Glück auf Glück auf…

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

…der Steiger kommt, und er hat sein helles Licht bei der Hand, und er hat sein helles Licht bei der Hand, schon angezüüündt schon angezündt!

Jaja das Steigerlied, wir haben es des öfteren gesungen, z.B. im Tunnel zur Abwehr von Angst und Schrecken. Wer hat es uns gebracht? Unser Schweini, der anders als Poldi früher Bergmann war. Poldi dagegen kümmert sich rührend um das Schmutzbier und macht Späße auf Kosten von Schweizern, die des Badewannenklaus verdächtigt werden und eigentlich gar keine Schweizer sind. So könnte es weiter gehen, es entwickelt sich auf den Touren ja eine eigene Sprache, aber für Außenstehende ist das eigentlich nicht so spannend.

Unsere Gruppe war vorzüglich, man hat sich bestens verstanden und Stress gab es überhaupt keinen. Morgen driften wir wieder auseinander, wir werden die Reise heute noch einmal Revue passieren lassen und abschließen mit einer nächtlichen Schiffsfahrt, natürlich werden wir danach bis in die Puppen singen, denn morgen haben wir noch dazu ein Geburtstagskind zu feiern. Dieses wird den längsten Geburtstag ihres Lebens bekommen. Ich glaube wir werden ihr zur Feier des Tages das Steigerlied darbringen!

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Very majestic on their bicycles

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Hier letzte Radfahr-Bilder unserer Reise, traurig ist das. Extrem reibungsfrei war das Ganze, außer ein paar Platten gab es keinerlei Pannen und die Räder sind nur so dahingeschnurrt. Vor allem: niemand ist gestürzt und hat sich verletzt, perfekt. Hier geht zur Zeit ein Virus oder zumindest eine schwere Erkältung um und wir alle hatten mal einen richtig schlappen Tag, mindestens, aber alles im grünen Bereich. Jetzt sitzt die ganze Bagage im obersten Stock und zockt, das war ja klar („Hey Chow…“).

Heute sind wir nochmal am Yangzi flussab gefahren. Hoch und runter, feinste Aussichten, leckere Bauernküche. In den nächsten Tagen folgt eher klassisches Sightseeing. Auch das wird schön werden, aber die Räder werden wir vermissen.


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Der grosse Fluss liegt im Nebel

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Gerade zurück aus den Hinterzimmern des großen Hotels und das Laster des Glücksspiels klebt an mir wie ein Fluch. Es wird tagtäglich Haus- und Hof verspielt beim Mahjong in China, die meisten unserer Gruppe hatten heute ihre erste Begegnung damit, ich hoffe das wird nicht böse enden unter den Brücken von Köstritz, München oder Berlin. Zunächst haben uns aber die vollautomatischen Tische erfreut, einer davon wurde vor lauter Enthusiasmus ausser Gefecht gesetzt, dann sind wir ein Zimmer weiter gegangen.

Die gestrige Etappe war richtig heftig aber wunderschön, es sah nach Regen aus und blieb dann doch fast die ganze Zeit trocken, über die Berge und wieder hinab zum Yangzi. Alles ruhig und voll von gemächlichen kleinen Szenen. Heute sind wir mit dem Tragflächenboot den Fluss runtergeflitzt, wie man sieht in Dunst und Nebel, anfangs war es gar nicht klar, ob wir überhaupt starten können. Ging dann doch nd war wie immer beeindruckend, wie auch der Staudamm, was auch immer
man von dem Ding halten mag.

Jetzt sind wir in der neuen Stadt Zigui, Stadt der Entwurzelten, die Heimat aller Bewohner hier liegt eigentlich hundert Meter den Hang hinab, mittlerweile Geisterstädte im Wasser des riesigen Stausees.

30.04.2012:

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Xiao Super-Gao

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Das war unser Fahrer, der Kleine Gao, von dem wir uns gestern verabschiedet haben. Gut hat er sich gemacht! Normalerweise steht er mit seinem glorreich zusammengesparten Kleinbus vor dem Großmarkt rum und wartet darauf, Kleintransporte machen zu dürfen, aus Xi’an war er auch nie mehr als 100km weg. Und jetzt ist er mit uns sogar bis in die Nachbarprovinz gekommen.

In anderen asiatischen Ländern sind unsere Begleitmannschaften professionell und uns mit der Zeit wohlbekannt, hier in China findet man uns lustige Quereinsteiger. Die sind dann meist mit großem Enthusiasmus dabei, und Chinesen sind ohnehin die Weltmeister der Improvisation, also geht in dieser Hinsicht nie was schief. Xiao Gao war bei dieser Reise ja gleichzeitig Fahrer und Kameraassistent, mit der Zeit hat er sich selber immer häufiger ins Bild geschmuggelt und wurde so zum begehrten Nebendarsteller. Mit unserem Filmer Armin hat er sich gut verstanden, vermuten wir, die Kommunikation unter den beiden war für uns leider rätselhaft. Seit ein paar Tagen sondert Armin nur noch Wörter und Sätze wie „Yingtao“ (Kirsche), „Wuya“ (Krähe), „Wo shi Deguo“ (Ich bin Deutschland) ab, Gao sagte hingegen zusammenhangslos „Honey Bee“, „Pig“, „Of Courrrse“…vielleicht war es eine Art Code, jetzt ist Gao weg und Armin hat Zeit für erneuten Spracherwerb, bis Deutschland wird er sich regeneriert haben.

Auf dem Clip sehen wir: Teile der längsten und schönsten Abfahrt (nachdem wir den „Hühnerherz-Pass“ von Shaanxi nach Chongqing überquert hatten), die wildromantische Bootsfahrt den Daning-Fluss hinunter. Vieles bleibt im Verborgenen, aber man muss die Reise eben selber machen :)
Jetzt sind wir jedenfalls in Wushan am gewaltigen, einzigartigen Yangzi, aus unseren Hotelfenstern schauen wir auf seine Wasser. Wushan ist schon wieder so verrückt, den Hang hinaufgebaut, morgen sind es allein 500 Höhenmeter, bis wir überhaupt den Ort verlassen haben.


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Träumchen

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Die letzten beiden Tag waren ungelogen sehr schön. Wir wurden von der Sonne beschienen und vom Verkehr verschont, wir fuhren lange Wege durch steile grüne Täler – erst durch die Teegebiete von Pingli, dann durch die Schluchten des südlichen Shaanxi. Die Strecken selber waren nicht ohne und so dahinrollen war wirklich nicht angesagt, aber die Mühen haben sich gelohnt. Das anstrengendste fand eigentlich gestern Abend statt: Im wunderschönen Cuimingyuan jenseits jeder Zivilisation hatte sich eine Gruppe neureicher junger Chinesen einquartiert, außer uns die einzigen Gäste. Wenn es in so einem Fall lauter und lauter wird im Nachbarzimmer, dann weiß man eigentlich immer, was gleich kommt…

Mit einer Gruppe angetrunkener Chinesen in der Abgeschiedenheit zu verweilen, bringt ein paar Probleme mit sich, man wird trinken müssen, will aber natürlich gut und geschmeidig durchkommen. Gesichtsverlust ist ein wichtiges Thema. Man muss geschickt argumentieren, gut ist immer „aber wir müssen doch noch Radfahren. Und außerdem trinken wir nie, könnten wir gar nicht, wir sind nichts gewohnt, ihr seid der Hammer, was, 5 Bier? Krass…“. Dann werden die Herren stolz und nachsichtig. Schwierig ist es deshalb, weil wir zu diesem Zeitpunkt meistens schon Bierflaschen in der Hand haben. In China trinkt man aus kleinen Gläsern. Hier aus Bierflaschen zu trinken ist in etwa so, wie wenn man bei uns aus Weinflaschen trinken würde. Und unsere Frauen schonen sich auch nicht.

Nichtsdestotrotz: wir sind um den Schnaps herum gekommen, uns wurde gesungen, auf unseren Rücken wurde rumgehauen, Tränen der Rührung wurden vergossen. Es wurde sich auch höchst spendabel gezeigt, aber letztendlich konnten wir einen guten und soliden Abgang machen, und dann heute die Königsetappe, bestens vorbereitet und ein Klacks.

26.04.2012:

27.04.2012:

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Der VfL hat‘s wieder nicht gepackt

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Trafalgar. Endlich wurde das Streichholz erfunden. VfL Bochum, der schmählich übersprungen wurde und dann doch 1860 München. Oje, Ludwig II ist tot. Wir erreichen Ankang.

Was das alles soll, darf man versuchen zu enträtseln. Gelebte Pädagogik! Es hat mit unserer Strecke auf der Staatsstraße 316 zu tun. War ein schönes auf- und ab gestern, immer durch die Schlucht am Han-Fluss entlang, nebelverhangen und anfangs von leichtem Nieselregen begleitet (dem „Kleinen Regen“ nach chinesischer Vorhersage, im Gegensatz zum „Mittleren Regen“ gestern). Jetzt hat es aufgehört und der Ruhetag war herrlich, die Stadt Ankang gefällt einfach allen. Die Roten Augenbrauen werden heute wieder während der Champions League an neuen Unsterblichkeitselixieren tüfteln.


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Jungpioniere

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Ganz tolle Fahrt heute wieder, gegen Ende hat leider der Regen eingesetzt. Als wir uns gerade an den Passanstieg machen wollten, kam uns ein neuer Tunnel in die Quere. Sowas passiert auch nur in China, plötzlich ist ein Tunnel da. Der hat uns in ein schönes verschlafenes Seitental geführt, in dem sogar Fahrer Gao Mühe mit der Verständigung hatte (er kommt aus Xi’an, ein paar hundert Kilometer nördlich von hier). Einmal hat man ihn sogar gefragt, ob auch er Deutscher wäre, das hat ihm Spaß gemacht.


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Brother Louie

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Manchuan ist eine unbekannte Kleinstadt in der chinesischen Provinz Shaanxi. Nachts geht man hier spazieren entlang alter Häuser, das Licht ist schummrig und die Atmosphäre geheimnisvoll. Man gelangt auf den Dorfplatz. Natürlich wird sich dort entspannt dem Müssiggang hingegeben. Dann kommt Brother Louie: die Frauen stellen sich in Zweierreihe und tanzen sich ernst durch eine stimmungsvolle Choreographie des alten Modern Talking-Hits. Wir haben ihn gefunden: den Ort wo Modern Talking einen neuen Sinn bekommt!

Was wir z.B. sonst noch so erlebt haben, zeigen wir in diesem kleinen Clip. Es war ein besonders schöner Tag.


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Mehr los als man denken sollte

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Die letzten Tage waren vom Radfahren her kurz und kurzweilig, schöne
Landschaften und dann auch viel Zeit, sich mit den örtlichen
Gegebenheiten bekannt zu machen. Mit diesen normalen netten Städten
der chinesischen Provinz. Gestern in Shangzhou war das Apres-Programm
Fresshalle, Teeprobe, Karaoke (alles wunderbar, bewegte Bilder gibt es aber nur vom Teetrinken). Heute wurde Shanyang auf den Kopf gestellt.
Was das heißt, wird nachgereicht…

20.04.2012:

21.04.2012:

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Heute Rübergemacht

Die Drei Schluchten des Yangzi, 11.04. bis 06.05.2011

Rübermachen: ein vertrautes Wort aus der deutschen Geschichte. Eigentlich ist Werner der einzige, der rübergemacht hat, vor Jahrzehnten von Österreich in die Schweiz. Sonst ist hier eine ausgewogene Mischung von Ossis und Wessis am Start, die sich nur noch in Notfällen deswegen anfrotzeln. Wir haben rübergemacht von Nord- nach Südchina, über den Qinling-Gebirgszug, der dafür eine Art natürliche Grenze darstellt. Schöne Etappe, felsig.


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