Happiness Day!

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

[Have a nice day]. Die Burmesen waren restlos überzeugend in ihrer Freundlichkeit, ihr Englisch war auch herzig. Man könnte natürlich auch deutsches Englisch verballhornen, deutsches Burmesisch ist bis auf ein paar Floskeln gar nicht erst vorhanden, deshalb: danke für das morgendliche Beck-fah [breakfast] mir Gäml-äh [scrambled eggs] und Lappenti [Lipton’s Tea] und allem drum und dran. Für Aungaungs Hello Hello Hello [ständig am Handy aber kaum mal Verbindung]. Für Maungmaungs Adung [Achtung] wenn er uns mal wieder über den Bordstein helfen wollte und am Ende des Tages wechselweise zu Schmubier oder Schmuckbier [Schmutzbier] aufrief. Eileit I [I like it], very much. Das Land ist schön und die Menschen lehren uns Lektionen in Demut.

Jetzt sind wir wieder im seltsamen Yoma-Hotel in Yangon, mein diesmaliges Zimmer muss dem Film „Being John Malkovitch“ als Vorlage gedient haben. Gestern wurden wir eingeladen an eine opulente Tafel, danach haben wir Karaoke gesungen, schmerzhaft für die Belegschaft, aber wir gehen über Leichen. Wortwörtlich, denn das letzte Lied haben wir Whitney Houston gewidmet, gut dass sie unser Gejaule von der „Greatest Love of All“ nicht mehr mitbekommen kann. Wie man hört war sie gegen Ende auch nicht überzeugender. Mutti und Daniela ziehen nun ihrerseits ein kurzes Resümee, zuerst Muddi:

„Abwechslungsreiche vier Wochen kreuz und quer durch Burma bedeuten unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke. Unmöglich alle hier zu schildern, ein kurzer Auszug : goldene Pagoden allüberall wachsen auch in den ärmsten Gebieten, auf dem plattesten Land in allen Größen, jeden Alters und Ausprägung aus dem Boden. Mehr als hunderttausend Buddhas unterschiedlichster Art haben wir ungelogen bestaunt und prophylaktisch unser Soll für den Rest unseres Lebens erfüllt- Mönche und Nonnen aller Altersstufen prägen das Straßenbild. Unsere oft anspruchsvollen Radetappen über meist schlaglochgespickte „Straßen“ führten uns an Dörfern und Ortschaften vorbei, die uns in frühere Jahrhunderte zurückbeamten. Wir staunten über die Buschtrommeln, die vorwiegend alle Kinder an die Straßenränder trieb, um uns euphorisch zuzujubeln. Hier waren wir Aliens, Unikate ! Wir litten unter der Hitze und dem Staub Zentralburmas und atmeten dankbar freier in der frischeren Luft auf den Höhen des Shan Plateaus. Wir genossen die herrliche Landschaft dort oben, die verträumten Flussfahrten, auch den malerischen Inle-See. Wir bekamen Einblicke in unzählige rein handwerkliche Fähigkeiten der Menschen. Wir genossen die Rundumversorgung durch unsere Reiseleiter Jan, Maungmaung und Aungaung (bei letzteren beiden war viel Kreativität und Kombinationsgabe beim Verständnis angesagt). Allerdings : Fahrradfahren durften wir noch selber und da waren wir alle ein eingespieltes rasantes Team. Spaß hats gemacht!“

Und nun Daniela:
„ Mein persönliches Resümee? Ein großes Staunen bleibt zurück. Als vielreisender Deutscher meint man alles schon mal gesehen, gerochen, gehört zu haben. Aber so ein Land- dass es das noch gibt… Keine Banken, Geldautomaten, Postämter, kaum Internet, kaum Handys…dafür die hunderttausend Buddhas, Pagoden und Stupas, die von der überwiegend bettelarmen Bevölkerung liebevoll gepflegt werden. Statussymbole der anderen Art. Eine buddhistische Gesellschaft, die ihre Kraft aus dem Glauben zieht. Einem Glauben, der uns kühlen Europäern manchmal „abergläubisch“ und kindlich vorkommt, der aber etwas schafft, was uns so schwerfällt: dem Gast ein Gefühl des echten Willkommenseins zu vermitteln, des Angenommenseins, des Schutzes. Niemals haben wir uns bedroht gefühlt, niemals blöd angemacht, immer wurde einem freundlich geholfen, ein Tee ist immer da und für jeden. Von Herzen wünsche ich diesen Menschen in Zukunft ein leichteres Leben. Mögen sich die politischen Verhältnisse endlich zum Besseren wenden, damit diese Menschen ihre Kraft nicht auf das geduldige Ertragen materiell schwierigster Verhältnisse verwenden müssen. Möge ihnen endlich, nach einer langen Zeit des Leidens unter ausbeuterischen politischen Verhältnissen, ihr eigenes Land, reich an Bodenschätzen und Nahrung, zur Verfügung stehen. Und sollte es ihnen wirklich gelingen, materiell reicher zu werden – hoffentlich opfern sie ihren anrührenden emotionalen Reichtum und ihre beeindruckenden mitmenschlichen Fähigkeiten nicht dafür.“

Genau!
We a fenix [we are finished].

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Der Erste Pajaung

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Josef hat heute eine neue Volksgruppe gegründet. Als Tracht hat er sich für eine Schnittmenge aus Palaung und Padaung entschieden. Die Palaung sehen toll aus, sie sind dunkel gekleidet und haben dunkle Gesichter mit roten Betel-Mündern, und sie tragen Frottee-Handtücher aus leuchtendem Orange auf dem Kopf (wir fragen uns die ganze Zeit wie das wohl gekommen ist mit den Handtüchern, etwas bizarr ist das ja schon). Die Padaung oder Long-Neck-Karen ziehen sich wie schon erwähnt den Hals mit Ringen in die Länge. Der Erste Pajaung nun zieht sich den Hals mit deinem Frottee-Handtuch in die Länge. Außerdem hat Josef eine leichte Mandelentzündung.

Ach war das wieder schön heute, würde Karin nun sagen, und sie sagt es auch. Erstmal vom Inle-See nach Taunggyi, mit Zwischenstopp bei einem weiteren Shan-Palast, was als kleine Gegenmaßnahme zum Pagodenprogramm gedacht war. Und was ist neuerdings in diesem schönen alten Herrenhaus untergebracht? Ein Buddha-Museum. Nichts Neues für uns, wir sind Koryphäen im Bereich des burmesischen Theravada-Buddhismus und haben uns die Ausstellung gespart, da half auch alles Drängen von Lisa nichts. Stattdessen sind wir die Treppen des Hauses auf- und abstolziert und haben nach Volk Ausschau gehalten, wieder hat es sich nicht gezeigt, unser wohlmeinendes Winken ging ins Leere. Die Zeit der Shan-Fürsten scheint endgültig vorbei.

Dann haben wir in Taunggyi 3 Stunden auf unsere Räder gewartet, der Radtransport war verschwunden und ist dann doch irgendwann wieder aufgetaucht. War nicht weiter schlimm, wir saßen vor der Zentrale der Pa-O-Volksgruppe, haben uns gesonnt und uns mit unseren Pa-O-Führern angefreundet. In Taunggyi beginnt nämlich ihr Land und man darf nur in ihrer Begleitung in diese Gegend. Auch die Pa-O sind farbenfroh anzuschauen und interessant, sie stammen ab von einem Alchemisten und einem weiblichen Drachen, einen solchen Stammbaum können nur wenige vorweisen. In den geheimen Archiven der Pa-O haben wir Dokumente entdeckt, die uns helfen werden, dem Geheimnis der Burmesischen Meile auf die Spur zu kommen.

Die Räder sind dann tatsächlich angekommen (der für den Transport Verantwortliche kam heute Abend schuldbewusst zu uns ins Hotel und hat ein paar Flaschen Wein abgeliefert, wenn man fürs Warten doch immer so belohnt würde). Dann auf unsere letzte Radtour (meine Batterien haben den Geist aufgegeben, deshalb heute kein Track): eine fantastische, hügelige Strecke, der untergehenden Sonne entgegen. Pausiert wurde an einem Fußballfeld, diese Felder im Nirgendwo können einem die Tränen in die Augen treiben, so stolz und verlassen wie sie daliegen. Hier wird jährlich der Pa-O National Cup ausgetragen, das stelle ich mir ganz groß vor. Eigentlich lieben die Leute in Burma ja ihr Chinlon, den Rattanball, den sie im Kreis umherjonglieren (verwandt mit dem Takraw in Thailand, dort spielt man den Ball über ein Netz). Aber manchmal wollen sie eben auch richtig kicken. Schlusspunkt war das Pagodenfeld von Kakku, die heiligste Stätte der Pa-O. Wenn man die unzähligen alten Pagoden im Abendlicht glänzen sieht, weiß man auch, warum.

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Der See und seine Geheimnisse

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Oh diese Inthas, Söhne des Sees. Wahrscheinlich würden sie inzwischen am liebsten mit Dynamit fischen nur um nicht ständig auf einem Bein herumpaddeln zu müssen. Aber dazu schätzen sie uns Besucher aus aller Welt viel zu sehr, als dass sie diese Art der Fortbewegung aufgeben wollten. Wahrscheinlich hat die Hälfte von ihnen inzwischen ein künstliches Hüftgelenk. Auch die Padaung wollen uns erfreuen, eigentlich kommen sie aus dem Grenzgebiet zu Thailand. Die Padaung-Frauen haben viele schwere Ringe um den Hals, seit ihrem achten Lebensjahr, dadurch werden ihre Schultern nach unten gedrückt und ihr Hals scheint giraffenartig lang. Es ist eine aussterbende Kunstform, aber an Orten wie diesem ein beliebtes Motiv und sie können Geld verdienen. Man sollte nicht zu zynisch sein, letzten Endes geht es ums Überleben und um das Überleben von Traditionen, touristische Aufmerksamkeit kann sehr hilfreich sein.

Es fühlt sich hier definitiv anders an als in den Wochen zuvor, man ist plötzlich umringt von Professionals, auch nett und überhaupt nicht unangenehm, aber plötzlich fühlt man sich ein bisschen dämlich, wenn man den Leuten zuwinkt. Die Intahs sind die Volksgruppe der Umgebung, zusammen mit Shan und einigen anderen, die Besucher aus aller Welt dürften inzwischen die größte Volksgruppe bilden. Wenn man am Inle-See an Land geht, um eine Pagode oder eine Manufaktur (für uns heute: Silber- und Eisenschmiede, Seiden- und Lotusweber) zu besuchen, muss man sich entschieden seinen Weg bahnen. Es ist erstaunlich, welche Fähigkeiten man plötzlich entwickelt, andere Touristen zu umknipsen.

Dann aber bekommt man die schönsten Motive, es ist aber auch malerisch hier! Ähnlich wie in der Halong-Bucht von Vietnam: auf dem Wasser hat man seine Ruhe, alles ist weit und weit weg. Der See, die Berge, die schwimmenden Gärten und Dörfer ziehen vorbei und man ist mit sich und der Welt im Reinen. Und auch die Highlights, die jeder ansteuert, sind ansteuerungswert. Das verwitterte Pagodenfeld von Indein oder das Teak-Kloster der springenden Katzen sind höchst stimmungsvolle Orte. In letzterem mussten die Katzen erst aus dem Mittagsschlaf geholt werden, dann führten sie träge ein paar Kunststückchen vor.

Heute Abend haben wir uns nach Art der Shan-Saophas und ihrer Prinzessinnen in unsere feinsten Longyis gewandet, haben uns kühlendes Tanaka auf die Gesichter malen lassen und haben dann vor dem Hotel Hof gehalten. Besonders viel Volk kam nicht vorbei. Das Regieren und Repräsentieren ist keine leichte Aufgabe und wird nicht immer mit Dank belohnt.

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Kleine Aufzählung einiger burmesischer Wunder

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Wir sind am Inle See, mittendrin, in einem schönen Hotel auf Stelzen. Europäische Touristen sind hier unter sich und das ist wieder ein ganz anderer Film, der aber auch schön ist (man soll ja nicht dogmatisch sein). Heute schreibt Daniela. Ich döse dafür auf der Terrasse vor meinem Bungalow und schaue in einen dramatischen Sonnenuntergang.

„Einige empfanden den gestrigen Abend auf dem Jahrmarkt von Pindaya als Höhepunkt der Reise, besonders natürlich die unvergessliche Tour mit dem menschenbetriebenen Riesenrad…also wie das noch toppen? Sicherlich nicht durch noch Lauteres, noch Schreienderes, noch Bunteres, oder durch noch tausend Buddhas mehr… aber doch mit unserer morgendlichen Fahrt in Richtung Inle Lake, die uns durch Bauerndörfer führte, vorbei an roten, fruchtbaren Böden , riesigen Gummibäumen und den freundlichen, sehr zurückhaltenden Shan-Menschen, die hier wohnen. Maungmaung sagte voller Respekt, die Menschen hier seien so freundlich, dass man sich in jedes Haus, an jeden Tisch setzen und immer Freundlichkeit, gutes Essen, Gastfreundschaft in Hülle und Fülle genießen könne. Uns entgegen kamen jede Menge Pickups voll gut gelaunter Menschen, die offensichtlich zum Jahrmarkt nach Pindaya wollten. Wie so oft passierten wir auch eine der vielen „spirituellen Maut-Stationen“, an der für noch ein neues Kloster gesammelt wurde…zwei vielleicht sechsjährige Mini-Mönche, die dabei standen, bildeten den schon sichtbaren menschlichen Grundstein für das ehrenvolle Unternehmen. Trotzdem: heute ein ansonsten pagodenfreier Tag, zur Freude von Lisa, die gern einige Pagoden gegen ein einziges Schloss eintauschen würde, oder wenigstens einen Elefanten… Seufz, man kann es halt nicht allen rechtmachen, dabei war doch schon soviel Buntes, Schräges, Schönes, Berührendes, Lustiges, Trauriges dabei…

Mit einer langen Schussfahrt bergab verlassen wir die angenehm europäisch temperierten Höhen und landen am warmen Inle See, wo ein Boot auf uns wartet, das und zu unserem schwimmenden Hotel fährt. Stelzenhäuser mit Terrasse, schön angelegt, sehr idyllisch, luxuriös. Ham‘ wir uns verdient, natürlich.

Und hier noch eine Aufzählung einiger burmesischer Wunder:

Frauen, die bei glühender Hitze in dichten Staubwolken im Straßenbau arbeiten und Körbe voller Splitt elegant auf dem Kopf balancieren. Dabei noch lächeln können und eine frische Blume am Hut tragen und wie Göttinnen aussehen.

Entspannte Kinder, die liebevoll miteinander umgehen… kein böses Wort, kein Tritt. So, wie sie es wohl selbst erfahren durch die Erwachsenen, die, zumindest soweit wir es mitbekommen, sanft, warm, herzlich mit den Kindern umgehen. So viele Kinder, die an den Arbeitsstellen ihrer Eltern, in der Garküche, auf der Baustelle, dabei sein müssen und dabei geduldig und entspannt bleiben. Die im kleinen schon Würde ausstrahlen, die man bei den Großen beeindruckt wahrnimmt- das alles bei sichtbarer Härte des Überlebenskampfes.

Hunde, die in der Großstadt, gesittet eine Tüte Essen im Maul, auf den brausenden mehrspurigen Verkehr achtend, sorgsam die Straße überqueren. Hühner, die ihren Küken beibringen können, den Randstreifen der Straße nicht zu übertreten. Schweine, die das auch verstehen und die in ihren Suhlen suhlend dem vorbeibrausenden Verkehr zuschauen und grunzend kommentieren. Kaum platte Tiere auf der Straße (außer einem Huhn, das hatte es nicht schnell genug begriffen).“


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Keckernde Männer

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Aungaung scheint in jedem Hafen eine Braut zu haben, zumindest sieht man ihn mit ihnen in der Dunkelheit verschwinden, wenn er sich mal gerade unbeobachtet fühlt. Verraten tut ihn dann spätestens seine Laune am nächsten Morgen. Er ist ja immer gut drauf, aber manchmal keckert und zwitschert er in sein Telefon, dass man auf das andere Ende der Leitung nur neidisch werden kann. Maungmaung scheint beständiger zu sein, dafür lässt er sich in letzter Zeit ziemlich oft zurückfallen, unter den fadenscheinigsten Gründen. Und dann steigt er in den Bus und lässt sich kurz vor dem nächsten Treffpunkt wieder rausschmeißen. Gut dass die beiden das hier nicht lesen können, sie denken ja man kriegt nichts mit. Ihre Geheimnisse sind bei uns gut aufgehoben, haha. Die beiden sind klasse und wir hoffen, auch ihnen macht es Spaß mit uns.

Gestern Abend waren wir bei den „Eight Sisters“ essen, das sind nette Schwestern, die zusammen ein ausgezeichnetes Restaurant betreiben. Ihr Großvater ist Ire, ihre Großmutter Shan. Diese haben sich zur Kolonialzeit kennengelernt, die Shan kamen mit den Besatzern viel besser zurecht als etwa die Bamar in „Burma Propper.“ Die Briten regierten nämlich hart und direkt in Zentralburma, während sie den Grenzgebieten und deren Volksgruppen viel Freiheit ließen. Divide et impera. Shan, Karen, Kachin etc. kämpften daraufhin im Zweiten Weltkrieg entschlossen an ihrer Seite gegen die Japaner, während die meisten Bamar mit den Japanern kollaborierten. Die Unabhängigkeit bedeutete für diese Volksgruppen dann den Verlust von Autonomie. Diese Zusammenhänge erklären u.a. den seit 60 Jahren schwelenden Konflikt zwischen dem burmesischen Staat und vielen seiner Volksgruppen. Die Shan sind ja eigentlich auch völlig anderer Herkunft als die Bamar, sie sind eng verwandt mit den Dai in Südwestchina, mit den Thai und den Lao in Laos, das ist eine große Familie. Sie sind nach den Bamar die mit Abstand größte ethnische Gruppe des Landes.

Das Plateau der Shan lässt uns derzeit aufatmen, nach der Hitze und dem Staub. Es ist frisch und die Luft duftet nach Kiefern. Wir sind auf durchschnittlich 1200 Metern, die Fahrt von Kalaw nach Pindaya führte auf holprigen Wegen über schön anzuschauende Hügelketten. Die Felder sind noch nicht bestellt, rote und braune Muster überziehen die Hänge, riesenhafte Banyan-Bäume wachsen an der Straße.

In Pindaya gibt es bekannte Buddha-Höhlen und ein wunderschönes Hotel in dem wir jetzt logieren. Außerdem derzeit – da haben wir Riesenglück – das Tabaung-Fest, Tabaung ist der letzte Monat des burmesischen Kalenders und rund um seinen Vollmondtag wird gefeiert was das Zeug hält. Hier war Jahrmarkt und eine sensationelle Reizüberflutung. Das Riesenrad werden wir nicht vergessen, reiner Handbetrieb, die wilde Bande klettert rauf und runter um sein Gewicht zu verlagern und es in Schwung zu bringen, sie hängt sich in wilden Verrenkungen in seine Speichen und an die Sitze.

In Folge 12 unserer Rubrik Wir Grüßen darf ich heute meine Jungs von der 183 grüßen: den Lord zum Geburtstag, auf das er weiter in Würde altert! Und Christoph wünsche ich viel Spaß und Erfolg für 11mm demnächst.


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Aus dem Scheitern lernen!

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Radfahren war auch heute wieder äußerst angenehm, nicht zu heiß und abwechslungsreich. Zunächst sind wir aus Meikihtila raus und durch lange, schnurgerade Alleen hindurchgeradelt, beschattet von mächtigen Niem-Bäumen in einer ansonsten kargen Landschaft. Einst muss es hier grüner gewesen sein, gewaltige Teak-Bestände lagern am Straßenrand. Fast alles ist Handarbeit, Maschinen sieht man ganz selten auf dem Feld oder auch beim Straßenbau. Es ist unfassbar, wie fröhlich und ausgelassen uns die Straßenarbeiterinnen – es sind meistens Frauen – grüßen und zuwinken, sie schleppen den ganzen Tag Steine hin-und her und drücken diese dann einzeln in den Boden. Wir wären schlechtgelaunt, deprimiert und drogensüchtig. Arbeitstier auf den Feldern ist vor allem das Buckelrind, manchmal auch Wasserbüffel (schon der Name ist paradox angesichts dieser Trockenheit). Pferdekutschen sind in diesen Gegenden noch genauso häufig wie Kraftwagen.

Motorisiert ist man hier aber auch unterwegs und die Busse und LKWs sind hübsch anzuschauen (aber nicht hübsch zu riechen), meistens handelt es sich um uralte japanische Gebrauchtwagen. Fuso, Hino, Nissan Diesel, Marken, die man bei uns kaum kennt. Wir wurden heute Nachmittag um 1000 Meter in die Höhe versetzt, der Verkaufsschlager an der Straße waren kunstvolle hölzerne Unterlegteile für die Räder der LKWs. Als Bumpersticker oder an den Frontscheiben kleben buddhistische Sprüche und Mandalas, „Buddha The Unrivalled.“

Pausieren lässt es sich in Myanmar übrigens wunderbar in Kaffee- oder Teehäusern. Man sollte eigentlich mal einen Kleinen Braunen oder einen Einspänner bestellen, bekommen würde man aber mit Sicherheit einen Coffee Mix, im Land wird nichts so sehr beworben und getrunken wie diese Instant-Mischungen. Aber anders als in Wiener Kaffeehäusern wird hier nicht vornehm geschwiegen sondern sozialisiert, die Atmosphäre ist lebendig und es stehen auch immer Kleinigkeiten zum Essen auf dem Tisch, indische Samosas oder Arme Ritter.

Wir sind jetzt in Kalaw auf 1300m Höhe, am Abend wird es ganz schön kühl hier, wir sind das nicht mehr gewohnt. Unser Hotel ist nett, englischer Chalet-Stil, natürlich war auch Kalaw früher eine beliebte britische Sommerfrische. Das Personal ist begeisterungsfähig und hilfsbereit, auf unsere Schmutzbier-Wünsche haben sie sofort einen kleinen Kiosk gegründet, hinter dem sich dann 3 ausgelassene Mädchen platziert haben. Und es ist das Hotel mit den sinnlosesten Duschvorhängen, die ich je gesehen habe: sie führen vom Duschkopf in gerader Linie zur gegenüberliegenden Wand, so kleben sie am Körper und helfen gleichzeitig dabei, das Wasser im ganzen Bad zu verteilen.

Ein kleiner Wehmutstropfen: unser erster Bier-Test ist gescheitert. Das lag an der Versuchsanordnung. Strong Ales (Dagon, Mandalay) wurden mit einem Lagerbier (Myanmar) zusammen verkostet, und das auch noch in verschiedenen Trinktemperaturen. Ein Fazit, dem alle Probanden zustimmen konnten: „Bier muss kalt getrunken werden“, zumindest diese Hypothese konnten wir nun wissenschaftlich untermauern. Ansonsten muss der Versuch wiederholt werden. Versöhnen konnte uns auch nicht das Geholze der Clubberer gegen Gladbach, mit verrauschtem Bild und burmesischem Kommentar.

In Folge 11 unserer Rubrik Wir Grüßen begleitet Daniela Robert mit ganzen Herzen auf seine Reise nach NYC.


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Durchfall haben, dann Nat werden

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Die Volksgruppe der Bamar stellt Zweidrittel der Bevölkerung Myanmars, sie ist über den Oberlauf des Irrawaddy von Tibet aus ins Land gekommen und seit dem 11. Jahrhundert die tonangebende Volksgruppe. 1044 schuf König Anawrahta das erste Bamar (burmesische) – Großreich, das Reich von Bagan. Damals musste er vor allem die Mon zu ihrem Glück zwingen und erst nachdem er deren Hauptstadt Tathon eingenommen (ausgerechnet unser nettes, schläfriges Tathon) und die gesamte Oberschicht zwangsweise nach Bagan umgesiedelt hatte, war seine Macht konsolidiert. Die Mon gelten als die ethnische Gruppe, welche den Bamar den Glauben und die Kultur gebracht hat, d.h. in erster Linie den Buddhismus.

Anawrahta wurde schnell zum Patron des Buddhismus und ließ in Bagan die Shwezigon-Pagode bauen. Zu seinen Lebzeiten wurde sie nicht fertiggestellt, erst unter seinem Nachfolger Kyanzittha. Die Shwezigon steht noch heute für die Anfänge dieser Symbiose von Burma und Buddhismus, wir mussten hier also einfach vorbeischauen, auf unserer Weiterfahrt in den Osten. Eine gewisse Pagodenmüdigkeit stellt sich bei manchen ein, aber das lustige Leben und die entspannte Frömmigkeit rund um die diese Stätten ist und bleibt eindrucksvoll.

Die Bamar waren ursprünglich animistisch veranlagt bzw. dem Geisterglauben zugeneigt (d.h. sie haben an eine belebte Natur geglaubt oder aber an Geister, die es zufrieden zu stimmen galt): Naturgeister, Ahnengeister. Und dieser Glaube ist nach wie vor präsent entlang des Irrawaddy, in dessen Einflussgebiet noch immer die meisten Bamar zu Hause sind. Man nennt dies den Nat-Kult. Nats können Ahnen, Territorialgeister, Naturgeister sein. Wichtig für die ersteren ist ein besonders schräges Ableben, erst dann ist man als Nat qualifiziert. Champions League sind etwa Ko Gyi Kyaw, der Säufer, der irgendwann einfach vom Baum erschlagen wurde. Oder noch besser ein Mon-König, der unter dem öligen Schweinfleisch-Curry seines Exils so sehr zu leiden hatte, dass er schließlich der Diarrhöe erlag.

Vielleicht werden die Toiletten des Mount Popa aus Reverenz zu Letzerem nicht gereinigt. Zum Popa sind wird heute geradelt, das ist absolute Nat-Olymp. Der ganze Berg ist von Affen besetzt, bei ihnen handelt es sich um kompromisslose Rabauken, die nichts als Schabernack im Sinn haben. Der Weg zum Popa war erstaunlich entspannt, die Strecke hatte ich viel anstrengender in Erinnerung. Die Höhenmeter haben sich über eine geregelte Steigung verteilt, vor allem aber war die Straße ok, der Verkehr fast nicht vorhanden und der Himmel bedeckt. Das war gut, denn Schatten gibt es kaum und trocken und staubig ist es auch: der Monsun regnet sich an den westlichen Bergregionen des Landes ab und beschenkt Rakhine und den Chin-Staat mit fruchtbarer Feuchte (und vor allem das Nachbarland Bangladesch, welches dafür ständig mit Überschwemmungen zu kämpfen hat). Die Palmyra-Palme ist der große Geber der Region, Palmzucker, Palmwein, Palmschnaps, die Erzeugnisse konnten wir am Wegesrand ausführlich studieren und kosten. Außerdem werden Erdnüsse angebaut.

Bei Mutti hatte sich für eine Teiletappe das Bremskabel verhakt und sie ist praktisch mit angezogenen Bremsklötzen gefahren, ein bisschen gewundert hat sie sich schon, dass sich nicht wie sonst immer vornedraus prescht sondern hinterher keucht. Unterwegs außerdem immer wieder Jeeps und Minibusse mit Delegierten der YPO, die machen derzeit Bagan und Umgebung unsicher. YPO steht für Young Presidents Organization, für frische und gutgelaunte CEOs aus aller Welt. Da möchte man gerne Mitglied werden. Wir sehen etwas abgerissen aus gegenüber diesen luftigen Lichtgestalten. Ich werde demnächst Christof oder Volker für diesen Club vorschlagen, aber wahrscheinlich sind sie schon zu alt.

Mal wieder eine Folge unserer Rubrik Wir Grüßen, nämlich Nr. 10. Lisa sendet Katrin heiße Grüße in ihren kalten Laden!


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You say hello, and I say goodbye

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Jetzt sind wir schon in Bagan, der großen alten Königsstadt. Hier war vom 11. bis ins 13. Jahrhundert das erste burmesische Reich zu Hause, mit den Khmer in Angkor teilte man sich in dieser Zeit die Herrschaft auf dem gesamten südostasiatischen Festland. Jeder Burma-Reisende schlägt in Bagan auf, und zurecht. Der morgendliche oder abendliche Blick über die Weite und ihre unzähligen Pagoden ist schwer zu beschreiben. Wenn man über die Sandwege von einem Heiligtum zum nächsten hoppelt, dann schiebt irgendwann die Mittagshitze den Riegel vor.

Am Tag davor waren wir unter uns, wie meistens. Von Monywa radelten wir in Richtung Süden und man sollte es nicht für möglich halten, wie exotisch man in diesen Gegenden noch ist. In den Pausen wurden wir gründlich betrachtet. Die Landschaft ist savannenartig, viele Palmen und Agaven und viel Gestrüpp, die Straßen waren besser zu fahren als gedacht. Alle paar Kilometer, teilweise alle paar hundert Meter, haben Kinder und Jugendliche für ihre Schulen oder für die Pagoden und Klöster ihrer Umgebung Spenden eingetrieben. Gestern war der erste Ferientag. Bei uns würde man im Freibad den Mädchen nachschielen, oder mit Mama und Papa im Eiscafe Venezia sitzen, oder was auch immer, in Burma sieht das so aus: man versammelt sich an der Straße, spannt ein Banner darüber, treibt ein paar überforderte Lautsprecher auf und dann steht man rum, in der Hand die Opferschale. Natürlich ist es sehr heiß.

Man kann nicht sagen, dass auf unserer Straße viel Betrieb war, also waren wir bei der Vorüberfahrt noch spektakulärer. Man stelle sich vor 15 Minuten kein Auto, gepflegte Langeweile, plötzlich eine bizarre Gruppe Radfahrer. Dann folgt ungläubiges Staunen, dann bewegen sich die Spendensammler in Richtung Straßenmitte und lassen uns eine kleine Gasse, das Kleingeld in den Schalen hüpft auf und ab und uns wird schließlich ausgelassen zugejubelt. Dazu lauteste Musik, Techno oder burmesische Folklore, eigentlich egal weil ohnehin bis zur Unkenntlichkeit übersteuert. Lustig ist auch immer die Stimme, die sich plötzlich aus dem Off meldet und uns begleitet, auf unseren nächsten 100 Metern, also fast bis zur nächsten Opferbrigade, eigentlich dankt sie ja den Spendern mit frommen Sprüchen. Sie rattert uns auf burmesisch hinterher, oder brüllt einfach lakonisch „Hello“, zwei Sekunden später „Goodbye“, und zwar für alle aus unserer Gruppe.

Wie immer wäre so viel zu berichten, ich will mich auf ein paar Schlagzeilen beschränken: wir waren bei der Familie des Kleinen Führers in Pakkoku, das war ganz reizend und wie immer ist uns furchtbar viel Wohlwollen entgegengeschlagen. Die Burmesische Meile macht gerade einen dramatischen Verfall mit (im Süden des Landes war eine Meile – wenn sie von Maungmaung angesagt wurde – für genau 2.35 km gut, mittlerweile sind es etwa 2.1 km). Das liegt an unseren modernen Analysemethoden und an unserem kritischen Geist. Der Mond liegt in Myanmar auf dem Rücken.


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Trockenzone

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Heute war es trocken, denn wir sind in der Trockenzone. Ein Tagesausflug rein ins Nirgendwo, haben wir uns gedacht. Zunächst mussten wir aber erst über den Chindwin, den größten Zufluss des Irrawaddy. Am Hafen spielte uns die Instrumentalversion vom „Mädchen von Piräus“ entgegen, Nana Mouskouri wurde mir gesagt, aus den Tiefen des Unbewussten stiegen zurecht verdrängte Bilder auf, die Brille des Schreckens. Wir haben uns nicht einschüchtern lassen und sind stramm weiter Richtung Westen geradelt, hinein in die leblose Dürre. Zuckerpalmen und andere seltsame Gewächse. Es waren wenig Menschen unterwegs, das war nicht überraschend, wenn dann haben sie Lotionen aus Rinde oder ähnlichen lokalen Materialien verkauft. An einigen Bäumen hingen Brandschutz-Tafeln, ein beliebtes Hobby der Gegend ist es wohl, erstmal für einen ordentlichen Brand zu sorgen um dann die flüchtenden Tiere zu erjagen. Tiere? Aber ab und zu zwitscherten lustige Stimmen aus Baumkronen, Frauen, die ihren Salat von den Bäumen pflücken.

Unser Tagesziel waren die Phoewin-Höhlen, und weil wir uns nichts erhofft hatten (wieder Pagoden, wieder Buddhas) waren wir sehr überrascht! Diese Höhlen oder Nischen oder was auch immer dort 500fach in den Stein geschlagen wurde sind wirklich mal ein großer Geheimtipp. Machthaber oder Menschen mit Mitteln haben sich im Sandstein der Umgebung seit 1000 Jahren verwirklicht, sie haben Statuen und Wandgemälde in Auftrag gegeben, und dafür wollten sie Schutz oder Karma oder Ähnliches sehen. Vor allem die Gemälde sind vom Allerfeinsten und würden andernorts für großes Spektakel sorgen. Hier waren wir allein, rund um das Gelände keine Absicherungen, in den Höhlen stehen die Stauten wild durch die Gegend und Affen haben die Gegend in Beschlag genommen. Erst seit 2008 ist das Gebiet für die Allgemeinheit geöffnet, es liegt aber wahrscheinlich zu weit ab vom Schuss, um das nächste große Ding zu werden. Nettes Personal hat uns durch die Höhlen geführt, ein Mädchen namens Kaima. Sie studiert Recht im vierten Semester, jetzt in den Semesterferien steht sie mit einem Körbchen voller Affenfutter im Staub vor der Anlage und wartet.

Auf dem Weg zurück wurde die Landschaft immer surrealer, wie bei Mad Max, wenn das noch jemand kennt. Die Erde ist aufgewühlt und aufgeworfen, die Menschen suchen den Boden nach Kupfer ab. Wir haben mitten in diesem wüsten Gebiet pausiert, aber wir waren wüster! In der Bambushütte wurde ein kleiner Junge zu Lisa gebracht und seitdem schreit er. Daniela (Psychologin) äußerte Bedauern mit ihren burmesischen Kolleginnen, lange harte Arbeit läge nun vor ihnen.


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Zwei Feiertage und der GRÖSSTE Buddha

Entlang der Burmastrasse, 11.02. bis 11.03.2012

Der heutige Tag, den wir schwer entschleunigt haben (wir sind ein bisschen rumgelaufen, ansonsten nicht viel Bewegung), wird beschrieben von Daniela. Anfangen mit dem Geburtstag unseres Kleinen Führers, möge er hochleben!

„Aungaung hat heute Geburtstag, es ist sein Dreißigster. Also wird er beschenkt, und zwar stilvoll auf dem Boot, mit dem wir von Mandalay aus nach Myinmu schippern. Kurz nach acht gehen wir an Bord, und ein wenig stellt sich schon wieder das „Memsahib und Sahib“ Gefühl ein, bei all der Fürsorge, die man uns zukommen lässt. So stehen Zwei bereit und halten uns eine dicke Bambusstange als Geländer hin, damit wir auch ja heil an Bord kommen. Dort warten schon Kaffee und Mandarinen auf uns … also passt der quietschbunte Geburtstagskuchen gut dazu, den Aungaung zusammen mit einem Manu-U Trikot (seiner bevorzugten Mannschaft ) und einem China By Bike T Shirt (zweitbevorzugte Mannschaft ) bekommt. Mit seiner gelben Blumengirlande leuchtet er am Bug des Schiffes, mit dem wir gemächlich den Irrawaddy hinunterfahren. Vorbei an Sagaing mit seinen dutzenden goldenen Pagodendächern, die aus dem Morgendunst auftauchen. Laut Jan ein bevorzugter Ort für Westler, die hier an buddhistischen Retreats teilnehmen – wozu man im ansonsten ja nicht für seine Liberalität bekannten Staat Burma sogar Meditationsvisa beantragen kann. Sollte sich die BRD mal ein Beispiel dran nehmen …

Wir dösen uns den Fluss hinab, werfen Kaffee und Mandarinen ein, schauen den kleinen Fischerhütten auf den Sandbänken zu und dem Maat, der mittels einer markierten Bambusstange die Wassertiefe auslotet und mit Fingerzeichen an den Käptn weitergibt. Mittags sind wir dann in Myinmu, um nach der inzwischen ritualisierten Gemüsebrühe zum Boddhi Tatung weiterzufahren. Nach lauter zweitgrößten liegenden, stehenden oder sonstwie positionierten Buddhas leuchtet uns nun der größte stehende Buddha schon von Ferne entgegen …umringt von tausenden sitzenden Buddhas und noch einem liegenden. Im Gewand des 150 Meter hohen stehenden Buddhas sieht man die vielen Fenster der Treppenaufgänge .. doch wir drücken uns vor dem Aufstieg, es ist schon wieder mindestens 35 Grad heiß.

Gut so, denn am Ortsrand von Monywa entdecken wir stattdessen eine kleine Prozession. Auf Pferden sitzen herausgeputzte und geschminkte Knaben, vor sich eine Opferschale, neben sich Begleiter, die Sonnenschirmchen halten. Eine Initiation kleiner Novizen findet statt. Die kleinen Prinzen in ihren opulenten Kleidern symbolisieren den Weg des Prinzen Siddharta, der den Weg vom Reichtum in die Bedürfnislosigkeit nahm. Und so werden auch die Kleinen ihre schönen Kleider gegen eine Mönchsrobe eintauschen und sich die Haare scheren lassen. Bald wird man sie in der Reihe der Mönche sehen können, die ihren morgendlichen Bettelgang antreten – angekündigt durch den hellen Gongschlag, der uns inzwischen vertraut geworden ist. Bevor nun aber jemand „och Gottchen, die Armen“ ruft – die kleinen Mönchlein wirken meist recht heiter, verspielt und keineswegs verängstigt oder unter der Knute stehend. Erst gestern haben wir drei Mini-Nonnen im Eiscafé getroffen, die gutgelaunt vor einem Erdbeershake saßen. So lässt sich Bedürfnislosigkeit doch ertragen“.

Heute darf übrigens Bernd in der Rubrik Wir Grüßen, Folge 9 ein herzliches Hallo an Raubwaldy senden. Es wird geheimnisvoll.

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