Singapur

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Drei Tage Radfahren in Singapur: Punktuell faszinierend!

Nein, eine Radstadt ist Singapur (noch) nicht. Aber das ist ja auch bei Berlin der Fall.

Der Unterschied: Singapur möchte, aber kann nicht. Berlin könnte, aber macht nicht. Danke, R2G! Als Berliner kann man da eigentlich nur weinen. Apropos: Ich hatte auf meiner Erkundungsradtour für die Radweltreise zwei brenzliche Situationen.

Beide auf dem Weg vom Berliner Flughafen Tegel nach Hause!

Wie auch immer: Singapur wäre gerne Radstadt, hat aber keine Ahnung, wie das geht. Auf der einen Seite ziert ein überbreiter Radweg die Parks entlang der Südküste. Andererseits braucht man viel Intuition, um mit dem Fahrrad aus der Innenstadt dorthin zu gelangen.

Zuweilen auch kräftige Arme, um das Rad über Absperrungen zu heben. Und gute Nerven, um vier Spuren Autobahn zu queren.

Aber der Wille ist da, und eine Halbtagestour entlang des Kallang River hat ebenso ihren Reiz wie die Radautobahn durch den East Coast Park.

Und, ihr werdet es in der Bildergalerie sehen, wann kann man schon einmal auf einer Formel-1-Pister radeln!

Fazit: Singapur mit dem Rad, das geht! Demnächst auch auf der Radweltreise!

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Über die Berge

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Zwei Etappen und eine Tagesetappe von Solo nach Ponorogo. Bergig und grandios!

Was habe ich mich auf die Berge gefreut! Nein, nicht auf die 20+Prozent-Steigungen, die ich ja zuweilen schon hatte. Ich habe einfach Lust auf dramatische Landschaften, Berge statt Hügel.

Da können die Reisfeldterrassen in Zentral-Java noch so reizvoll sein: Mir steht der Sinn nach Hochgebirge, nach epischen Steigungen, rasanten Abfahrten und atemraubenden Aussichten.

Nun: Auf dem Weg von Solo nach Ponorogo werde ich nicht enttäuscht. Sanft geht es von Solo die Hänge des Lawu hinauf, es wird Reis, Gemüse und ein wenig Tee angebaut. Am Ende des Tages, besser gesagt am frühen Nachmittag habe ich 1.500 Höhenmeter auf 50 Kilometer in den Beinen.

Am nächsten Tag ein Tagesausflug rund am Tawangmangu. Ohne Gepäck radle ich steil aus dem Ort hinaus in Richtung Berggrat, auf dem sich der hinduistische Tempel Candi Sukuh. Kein Angkor Wat, zugegeben, aber allein die Lage mit dem Blick ins Tal in Richtung Solo lohnt den Ausflug.

Der dritte Tag ist dann die absolute Krönung: Gute sechs Stunden lasse ich mir für die 25 Kilometer zur Passhöhe Zeit, fasziniert von der terrassierten Landschaft, von den Ausblicken und ja: auch ein wenig von der Strecke. Richtig steil ist es nicht, aber relativ gleichmäßig ansteigend, immerhin noch weitere 1.000 Höhenmeter. Am Pass pfeifen dann gleich mehrere Garküchen auf den Ramadan und ich gönne mit Sate Kalinci: Karnickelspieße mit Erdnusssoße, serviert auf einem Bananenblatt. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Die Anfahrt hält noch ein paar landschaftliche Grandiositäten (und ein paar giftige Gegensteigungen) bereit, dann bin ich in Ponorogo.

Schön war’s!

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Kleines Solo nach Solo

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

76 km von Yogya nach Solo. Durchwachsenes Wetter

In Solo erhält der Ramadan eine zusätzliche, grundsympathische Note: Zwischen Sonnenaufgang und -untergang wird Auto gefastet.

Da bin ich als Radfahrer fein raus und habe zusätzlich auch ein grandioses Frühstück mit in den Fastentag genommen!

Ansonsten erwartet mich heute die wohl anspruchsloseste Etappe der Erkundungstour. 75 km flach sind geplottet, und das kommt auch fast auf den Punkt genau hin. Und das, obwohl mich HereMaps, dass mich schon in Yogya in militärisches Sperrgebiet gelotst hat (der MP exkortierte mich bis zum Ausgang und verabschiedete sich dann mit „High Five“) vor einem Flußlauf ohne Brücke, inmitten eines kleinen Dorfes etwas ratlos zurücklässt.

Mit einem kleinen Umweg und den ersten fünf Kilometern Hauptstraße seit langem kam das dann aber auch hin.

Mit Solo geht es mir umgekehrt wie mit Yogya. Unbedingt hin sollte ich da, hieß es im Vorfeld. Da hatte ich mich aber schon in ein kleines Resort am Stadtrand verliebt und es gebucht. Noch auf dem Weg dorthin hadere ich damit, bin dann aber doch recht froh, etwas außerhalb von Solo zu wohnen. Die Innenstadt ist schön, ohne Frage, und meine Garderobe habe ich auch ein wenig mit Batikhemden anfüllen können (Solo ist eine der Batikhauptstädte Indonesiens!). Aber im Vergleich zu Yogya war es mir zu laut und zu hektisch.

Dann lieber im streng christlich geführten Resort am Stadtrand! Nein, kein YMCA! Streng christlich heißt in dem Fall: Es gibt Bier und Schweinefleisch, vor allem auf der Einweihungsfete für die neue Residenz der Hotelbesitzerin am zweiten Abend, die von einem Gottesdienst umrahmt wird. Allah schickt zur Strafe einen Platzregen vom Himmel, direkt auf die Schweinefilets auf dem Grill.

Nur gut, dass ich nicht gläubig bin. Der Schweinefleischspieß lag mir aber noch drei Tage im Magen!

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Der schöne Weg nach Yogyakarta

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Von Borobudur nach Yogyakarta. Dort dann zwei Besichtigung- und Ruhetage. Schönes Sommerwetter mit Schauern

Der eine oder andere hatte mich vor Yogyakarta gewarnt. Vor allem die Stadtein – und -ausfahrt! Ein Horror, erzählt man sich.

Wenn man auf den Ausfallstraßen nach Yogyajarta radelt, ist dies sicherlich kein Vergnügen! Aber es gibt ja auch noch Schleichtwege, und die fallen von Borobudur nach Yogya, wie die Stadt eigentlich im täglichen Sprachgebrauch heißt, besonders nett und idyllisch aus.

So radle ich fast autofrei bis vor meinen Homestay, der leider nur zwei Zimmer bietet und damit für unsere Gruppen unglücklicherweise nicht in Frage kommt. Perfekt gelegen, ruhig, komfortabel und Nonie, die Besitzerin ist eine Seele von Mensch und eine ausgezeichnete Köchin! Noch nie hat mir indonesischen Frühstück so gut geschmeckt, und es wird wohl schwer werden, dies auf der Reise zu toppen!

Aber in der Gegend gibt es noch weitere Unterkünfte und vor allem einige ausgezeichnete Restaurant, so dass ich nach Zeiten des relativen Darbens (zu Essen hab es, aber auf dem Land nicht sehr abwechslungsreich und ausgefeilt) die drei Abende, die ich in Yogya bleibe, in die Vollen gehe und mich kulinarisch einmal von Sumatra nach Bali futtere.

Besichtigungen stehen auch noch an, wenn auch gut dosiert. Der Hindu-Tempel Pranbanan, das Wasserschloss und der ehemalige Sultanpalast stehen auf dem Programm. Den Palast kann man sich eigentlich auch schenken, der Rest ist höchst sehenswert!

Und es macht einfach Spaß, durch die (Neben-)straßen von Yogya zu radeln.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

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Ein Bilderbuch aus Borobudur

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Langjährige Leser unseres Blogs wissen ja: Bei alten buddhistischen Tempeln, vor allem bei Fresken und Reliefs, bekomme ich feuchte Augen und ein nervöses Zucken im Auslösefinger.

Entsprechend bin ich in Borobudur in meinem Element.

Ein Bilderbuch:

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Umwege sind das Zen des Radfahrers

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Über die Felder von Pangandaran nach Borobudur. Weiterhin heiß und sonnig, leider Ostwind, die falsche Richtung!

„Wie habt ihr denn DIE Strecke gefunden?“, heißt es oft auf unseren Touren, wenn wir mal wieder auf Schleichwegen durch Dörfer kurven.

„Mit dem Finger auf der Landkarte“, antworten wir zuweilen, wenn uns der Schalk im Zenit über dem Nacken sitzt.

„Durch viele ungewollte Umwege“ wäre die ehrlichere Antwort.

Obwohl – unsere ersten Touren, vor immerhin mehr als 20 Jahren haben wir tatsächlich mit dem Finger auf der Landkarte geplant. Einfach, weil es damals noch kein Google Maps, Here Maps, Komoot, Open Cycle Maps und Baidu Maps gab. Heute entsteht eine neue Tour mit einer Grundidee, die meist auf gewisser Landeserfahrung fußt, und dann intensiver Recherche in den entsprechenden Kartenportalen. Routen werden geplottet und wieder verworfen, Höhenprofile über GPS Visualizer abgerufen und dann steht die Tour auf dem Papier.

Und wird dann bei der Erkundung meist doch wieder umgeschmissen, nicht als Ganzes, aber im Detail. Denn Nichts ersetzt die eigene Erkundung in der Tourplanung.

Nun gut, deswegen bin ich nun also in Indonesien. Weil Indonesien Teil der Radweltreise ist.

Und weil wir eine eigenständige Radtour durch Indonesien planen.

Und deswegen fahre ich hier zuweilen umsonst, aber nicht sinnlos steile Anstiege durch Reisfelder hoch, nur um dann zu merken, dass der Weg doch im nächsten Dorf endet. Dabei sah der Weganfang so gut aus! Asphaltiert, ohne Verkehr, nette Leute, die mir zuwinken. Immerhin, das indonesische Wort für Sackgasse habe ich schon aufgeschnappt. Klingt wie das chinesische „Hundun“, Chaos.

Kommt hin.

Aber ich will nicht meckern, nicht über die Monstersteigungen, die teils unbefestigten Feldwege und die Hitze. Nicht über den Ramadan, mit dem ich mich inzwischen gut arrangiert habe (inzwischen weiß ich auch, dass die Supermärkte und Garküchen nur im Ramadan kein Bier anbieten (dürfen). Falls der eine oder andere Leser Indonesien gedanklich schon von der Reiseliste gestrichen hat: Schmutzbier ist auch hier gesichert!).

Die Fahrt ging erst von Pangandaran durch recht dichten Wald nach Cilacap. Von hier wollte ich eingentlich weiter bis Kebumen brausen, sammle an diesem Tag aber besonders viele Umwege und schaue mir lieber diese doch recht interessante Hafenstadt an. Dann geht es weitgehend am Meer entlang bis kurz vor Kebumen und gerade rechtzeitig vor dem allabendlichen Regenguss ins Hotel. Die Strecke nach Kebumen ist grandios, gute 20 Kilometer geht es durch ein steiles Küstengebirge hoch und runter, mit dichter Vegetation, malerischen Dörfern und teilweise atemberaubenden Ausblicken aufs Meer.

Und auch die Strecke von Kebumen nach Borobodur lohnt sich. Die ersten 15 und die letzten 10 Kilometer führen auf der Hauptstraße, die restlichen knapp 60 Kilometer geht es durch Reisfelder und Sekundärwälder teils herausfordernd steil bergauf und ebenso herausfordernd bergab durch die ländliche Idylle. Was mir auffällt ist der relative Wohlstand hier auf dem Land. Die indonesischen Städte erinnern mich ja an China vor etwa 20 Jahren. Die Dörfer sind alles andere als reich, aber strahlen eine gewisse Situiertheit aus. Kein Dreck entlang der Straße. Keine halb eingefallenen, windschiefen Häuser. Keine Kinder in zerrissenen Kleidern, denen der Dreck bis zum Hals steht. Bescheidener Wohlstand und anscheinend gut funktionierende Dorfstrukturen. Das mag in anderen Teilen Indonesiens anders sein, in Zentraljava scheint es den Leute auf jeden Fall gut zu gehen. Und zuweilen weht mir dann auch gegen Mittag der Duft von Essen herüber, ein Zeichen dafür, dass es nicht alle Dorfbewohner so ernst mit dem Fasten nehmen.

Was mir auch auffällt: Es gibt kaum Hunde auf Java! Und die wenigen Exemplare blinzeln nur kurz müde in die Sonne, wenn ein Radfahrer vorbeifährt. Was für eine Erholung im Vergleich zu Thailand vor vier Monaten!

In Borobudur blicke ich nun von meinem Zimmer über die Reisfelder und freue mich darauf, dass es die nächsten Tage nun ein wenig ruhiger zugeht. Morgen Besichtigung und Fahrt nach Yogyakarta. Dort dann zwei Ruhetage und dann weiter gemächlich in Richtung Osten.

Aber dann warten die Berge auf mich.

Ich bin gespannt!

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Bilderbuch aus Pangandaran

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Ein Tag am Strand – mit Bilderbuchwetter!

Hart waren sie, die letzten Tage. Hart und heiß, lange Radtage, die zwar immer für die Herausforderungen entschädigt aber eben auch ausgezehrt haben. Immerhin habe ich ja noch 25 Kilo Gepäck die Berge hinaufzustrampelt – eine Bürde, die unsere Gruppen natürlich bequem ins Begleitfahrzeug abschiebt. Gut so – aber für mich für den Moment in den steilsten Anstiegen ein echtes Problem.

Wie auch immer: Ein Ruhetag ist angesagt, und dafür ist Pangandaran bestens geeignet. Eine kleine, fast verschlafene Stadt, in der Tretmobile mit Käferaufbau DIE Touristenattraktion sind. Na gut, der Strand ist das eigentlich Ziel der Besucher, und das mit recht. Sauber, weitläufig, schön leer. Indonesische Kinder reiten auf Pferden, Backpacker genießen das Bintan Bier mit frisch gegrillten Meeresfrüchten und ich lasse die müden Glieder hängen.

Ein Tag in Bildern:

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Durch steile Reisfelder

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Vier Tage strammes Radeln von Jakarta nach Pangandaran. Sonnig mit einigen kräftigen Regengüssen.

Ein wenig Respekt habe ich schon, von dem mir noch unbekannten Land Indonesien. Sicher, zur Vorbereitung habe ich einiges gelesen, weiß in ungefähr, was mich erwartet, Route und Unterkünfte sind mehr oder weniger festgelegt. Aber: Wie sehen die Straßen aus, was ist mit dem Verkehr und wie steil sind die Steigungen?

Letztere bringen mich mehrmal nahe der Verzweiflung. Nein, so schlimm ist es nicht. Aber warum, warum nur baut ein Straßenplaner ohnen Not eine 22-Prozent-Rampe in eine beliebte Verbindungstraße ein, die selbst die gut bestückten Motorräder an ihre Grenzen bringt? Jedenfalls müssen oft drei der fünf Insassen (obwohl, beim Motorrad muss es wohl „Aufsassen“ heißen, oder?) absteigen, damit es überhaupt weiter aufwärts geht. Was heißt das für mich? Schieben! Öfter als mir lieb ist. Ohne Gepäck würde ich jetzt ein-, zweimal fluchen und dann in den kleinsten Gang schalten.

Mit Gepäck komme ich da leider manchmal an meine Grenzen.

Davon abgesehen läuft es aber gut. 40 Kilometer reicht die Krake des Molochs Jakarta, dann ist wie auf Knopfdruck der Verkehr so gut wie verschwunden. Alle paar Augenblicke knattert ein Motorroller vorbei, daran gewöhne ich mich aber schnell. Und die Nebenstraßen sind erstaunlich gut ausgebaut, meist guter Asphalt oder Betonplatten.

Was aber absolut für die eine oder andere Himmelfahrtssteilheit oder Kakophonie des Verkehrs entschädigt: Die Landschaft! Nichts spektakuläres, aber ein sattes Grün, wohin ich blicke. Reisfelder in allen Stadien des Anbaus.

Ich bin mir sicher: Die indonesische Sprache kennt 50 Ausdrück für Nuancen der Farbe Grün!

Etwas Probleme macht mir der Ramadan. Aus Respekt mit den tagsüber sichtlich darbenden Indonesiern versuche ich am ersten Tag eine Art Ramadan-Radeln. Spricht: Gutes Frühstück, tagsüber dann nur trinken und abends Völlerei. Das geht einen Tag gut. Am zweiten Tag müssen schon einige Müsliriegel daran glauben. Am dritten Tag Salznüsse und Mangochips. Am vierten Tag plane ich mit Mittagspause. Denn selbst wenn ich Moslem wäre, bin ich doch auf Reisen, und da dürfte ich den Ramadan verschieben. Trotzdem versuche ich, möglichst nicht herzhaft inmitten einer Menschenmenge in mein Essen zu beißen. Wahrscheinlich eine gute Idee, da ich am dritten Tag tatsächlich ein paar böse Blicke einfange, als ich (nach meinem GPS) eine Minute nach Sonnenuntergang ein Packung Kekse verdrücke, der Sonnenuntergang laut Muezzin aber noch nicht da war (dieser hob erst zwei Minuten später zum Gesang an).

Größere Probleme gibt es beim Schmutzbier, der heiligen China-By-Bike-Tradition: Das Bier gleich nach der Ankunft, noch vor der Dusche. Alkohol ist im Landesinneren anscheinend kein Thema, jedenfalls gibt es weder in den Läden noch in den Restaurants Bier oder gar potenteres zu erstehen.

Nicht schlimm, denn es gibt ja diese Alternative!

Nicht immer, aber immer öfter greife ich da zu!

Schade ist, dass leider fast alle Garküchen und Essensstände tagsüber geschlossen haben. (und auf großen Tafeln den Ramadan-Special für den Abend ankündigen) Ich fahre also tagsüber als Selbstversorger durch die Reisfelder und gönne mit abends dann ein entsprechendes Festmahl. Passt schon!

Was mich überrascht, sind die Städte. Bei der Planung hatte ich als Übernachtungsstationen das indonesische Pendent zu der „typischen kleinen chinesischen Kreisstadt“ erwartet. Weit gefehlt! Zumindest Bandung und Tasikmalaya sind veritable Großstädte, mit entsprechender Infrastruktur. Ziemlich beeindruckend, vor allem, wenn man ein paar Minuten vorher noch durch Reisfelder geradelt ist.

500 Kilometer an vier Fahrtagen waren es, knapp 6.000 Höhenmeter. Diesen Text schreibe ich in Pangandaran, einem kleinem Städtchen am Meer, Surfparadies und Sommerfrische. Das Tosen der Wellen schallt vom nahegelegenen Meer herüber, der Ruhetag tut gut.

Indonesien By Bike?
Auf jeden Fall!

Disclaimer: Ich weiß natürlich, dass es „steile Reisfelder“ nicht gibt. Mir war nur einfach nach dem Titel.

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Auto-Tetris

Radweltreise-Erkundung Indonesien, vom 01.06.2017 bis 30.06.2017

Ein Tag in Jakarta, inklusive Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt. Heiß und leicht regnerisch

Indonesien war als Reiseziel schon immer bei uns auf der Liste. Vor mehr als 10 Jahren hatten wir sogar eine Pilottour geplant, die dann aus persönlichen Gründen der damals geplanten Reiseleitung aber nicht stattfand.

Nun radeln wir ja mit der Radweltreise auch durch Indonesien. Einmal quer durch Java von West nach Ost, besser gesagt von Jakarta nach Bali. Von Denpensar geht es dann weiter nach Adelaide in Australien. Zeit also für uns, die genaue Strecke zu erkunden. Wer weiß, vielleicht kommt dabei auch eine reguläre Tour für unser Programm bei heraus!

Zuerst also Jakarta, der Millionenmoloch, vor dem mich alle gewarnt haben. Zugegeben: Vom Flughafen in die Innenstadt zu radeln ist in den wenigsten Städten dieser Welt ein Vergnügen. Da ist auch Jakarta keine Ausnahme. Und ganz ehrlich: So schlimm war es nicht. Ok, für diese Aussage braucht es eine Portion Galgenhumor und ein wenig Training auf diversen Stadtautobahnen dieser Welt.

Trotzdem: Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt! Ja, es sind verdammt viele Autos. Und noch mehr Motorradfahrer. Da werden die sowieso, jedenfalls für Ausfallstraßen ohnehin nicht allzu breiten Verkehrwege zuweilen etwas zu eng.

Der indonesische Lösungsansatz: Auto/Motorrad-Tetris. Ihr wisst schon: Dieses Kultspiel, in dem vielfarbige geometrische Formen von oben in den Bildschirm fallen und man diese möglichst lückenlos zusammenbauen muss, damit sich komplette Reihen bilden, die sich dann auflösen.

So ähnlich funktioniert auch der indonesische Straßenverkehr!

Und da ich in den 1990er Jahren leidenschaftlich Tetris gespielt habe, bin ich folglich in meinem Element!

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit der Radweltreisegruppe werden wir zwar nicht vom Flughafen in die Innenstadt radeln, aber durchaus eine Tagestour durch Jakarta machen. Die indonesische Hauptstadt ist zwar nicht schön, hat aber dann doch ein paar interessante Ecken. Vor allem in der Altstadt mit ihrer kleinen aber netten Fußgängerzone lässt sich eine Weile aushalten. Vor allem, weil dort Dutzende Hauptstädter, jung und alt, Mann wie Frau, Opa und Oma mit bunten Fahrrädern vergnügen und dabei einen Heidenspaß haben.

Aber es stimmt schon: Weltfahrradhauptstadt wird Jakarta nicht mehr. Trotzdem habe ich den Tag in Jakarta genossen, im Strom mit den tausenden von Motorrollern auf den breiten Hauptstraßen oder Slalom fahrend durch die kleinen Gassen der Stadt.

Um mein Lieblingbonmot zu wiederholen: Radfahren in Berlin ist gefährlicher und macht deutlich weniger Spaß!

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