Und was ist mit Tee?

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Es ist schon eine Weile her, dass wir von Kathmandu nach Darjeeling gefahren sind. Aufmerksamen Bloglesern wird nicht entgangen sein, das der Blog Ende Februar 2014 an der indischen Grenze aufhörte. Das hatte einen ganz einfachen Grund: In fast ganz Sikkim und auch in Darjeeling gab es kein oder kein funktionierendes Internet.

Wir konnten Euch also nicht tagesaktuell von epischen Bergfahrten, wundersamen Aussichten, kühlen Schneebergen und dem finalen Monsterpass (2.200 Höhenmeter auf 17 km, bis zu 22% Steigung) erzählen. Damit die Reise aber trotzdem einen würdigen Blogabschluss bekommt, hier ein „Best of“ in Form einer Bildergalerie. Viel Spass!

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Großer Buddha, noch größerer Berg

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Bilderbuchtag mit Wärmflasche

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Abwarten und Teetrinken

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Berg- und Talfahrt durch Reisfelder und Teeterrassen von Martam nach Temi Tea Garden

Es gibt Etappen, über die erzählt man noch Jahre später. Heute ist so eine. Erst geht es 1.000 Höhenmeter durch Reisterrassen ins Tal. Dann 1.600 Höhenmeter nach oben, die letzten 700 durch Teeplantagen. Dazu eine leidlich gute Straße, grandiose Aussichten, kaum Verkehr und ideales Radfahrwetter bei rund 20 Grad.

Meditativ gleiten wir dahin, wiegen uns bergauf in den richtigen Rhythmus und genießen das Grün des Tees. Gegen 15:30 UHr sind Siggi, Anita und ich am Ziel, dem Cherry Resort, Thomas ist kurz danach am Ziel und auch Helga und Elke folgen zeitnah. Sogar Baskar, unser mitradelnder nepalesischer Reiseleiter, hat den Schlussanstieg geschafft. Das hätten wir gerne gefeiert. Nur dass das Cherry Resort kein Bier vorrätig hat und erst zum Abendessen Abhilfe verspricht. Des weiteren gibt es keine Heizung, lauwarmes Wasser und eine gewissen Wurstigkeit beim Service. Das Cherry Resort ist staatlich, das merken wir an jeder Ecke und an jedem Ende. Ein paar Heißlüfter (in den Zimmern hat es handgemessene 13 Grad!) lassen sich gegen Aufpreis besorgen. Biben schicken wir mit dem Fahrer los, um eine Flasche indischen Whiskey zu besorgen.

Dann treffen wir uns um 19:00 Uhr dick eingemummelt im Restaurant, öffnen die 0,70 l Flasche Signature Whiskey und warten. Um 19:30 Uhr kommen ein paar Snacks, die ich als Vorspeise bestellt hatte. Um 20:00 Uhr heißer Tee. Dann erst einmal lange Nichts. Mal schaut Biben, mal Baskar in die Küche und kommt kopfschüttelnd wieder heraus. Auch ich wage gegen 21:00 Uhr einen Blick und beglücke die Gruppe mit einem lakonischen Hinweis, dass es nur noch eine Stunde dauern wird, aber immerhin alles frisch zubereitet wird. Gegen 22:00 Uhr kommt dann tatsächlich das Essen, wunderbar reichhaltig und lecker! Gegen 22:30 Uhr sind die Teller saubergeleckt. Um 23:00 Uhr ist dann die Flasche Whiskey alle. Die Zimmer haben gegen 0:00 Uhr um die 14 Grad. Fühlt sich mit vollem Magen und fetter Leber aber wärmer an!

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Schussfahrt, Auffahrt, Spazierfahrt

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Bilderbuchetappe von Gangtok nach Martam

Viel ist nicht passiert heute. Erst ging es in Schussfahrt durch die Straßenschluchten von Gangtok, dann gemächlich die gleichen Höhenmeter bergauf durch kleine Dörfer zum Kloster Rumtek. Dort hat uns die lokale Nudelsuppe mehr begeistert als das Kloster.

Nach dem Mittagessen sind wir dann einen wunderschönen asphaltierten Höhenweg von Rumtek zum Martam Village Resort gerollt. Unser Blick fällt auf Terrassenfelder und das (leider) dunstverhangene Tal. Trotzdem: Wunderschön war es und leider viel zu früh vorbei! Bereits um 14:30 Uhr erreichen wir unser Ziel und gönnen uns tatsächlich ein frühes Schmutzbier (wieder ein Hit, das leichter Dansberg ist, obwohl von der gleichen Brauerei leider ungenießbar!)

Das Abendessen zelebrieren wir bei einem zünftigem Dal Bhat in dem urigen Restaurant des Resort, das einer Alpenhütte gleicht. Sehr gemütlich und ziemlich lecker!

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Nirvana ohne Spülung

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Ruhe- und Besichtigungstag in Gangtok

Nach dem gestrigen anstrengendem Transfertag lassen wir es ruhig angehen. Beim Schlendern durch die Fußgängerzone fällt uns die offentlichtliche Sauberkeit des Stadt auf. Wären da nicht die indischen Gesichter der Passanten, man könnte sich in Genf oder Zürich wähnen. Nicht umsonst wird Sikkim auch die „Schweiz Indiens“ genannt. Aufgrund seiner strategisch exponierten Lage an der Grenze zu Nepal und China ist Sikkim, erst seit 1975 ein Teil Indiens, von großer Bedeutung für den Subkomtinent. Viel Geld floss die letzten Jahre nach Sikkim, der Bevölkerung geht es, bedenkt man die geografische Lage des Landes an den Hängen des Himalayas, für indische Verhältnisse seht gut. Die Lorbeeren für den relativen Wohlstand setzt sich recht offensiv Pawan Kumar Chamling und seine Partei, die Sikkim Democratic Front (SDF) auf. Die Omnipräsenz Pawan Kumar Chamlings Konterfeis auf den Wahlplakaten erinnert ein wenig an den Großen Bruder aus 1984. Seit 2013 gibt es tatsächlich eine ernstzunehmende Opposition, die Sikkim Krantikari Morcha (SKM). Dementsprechend massiv wird der Wahlkampf von der SDF betrieben, nur vereinzelt sehen wir die grün-rot-orangen Fahnen der Opposition.

Das eigentliche Thema des Tages ist jedoch der Buddhismus, in der tibetischen Spielart. Wir besichtigen das Enchey-Kloster und das „Namgyal Research Institute of Tibetology“. Ungewöhnlich sauber und geleckt wirkt das Kloster, und scheint eher Touristen als Gläubige zu sehen. Das Institut für Tibetologie wiederum begeistern uns mit der kleinen aber recht feinen Ausstellung Buddhistischer Ikonen und Statuen und einer bildlichen Darstellung des Lebens des historischen Buddhas Siddharta Gautama. Und den entsprechenden Legenden um ihn.

Hinter dem exzellenten Museum ist die öffentliche Toilette leider schon ins Nirvana eingegangen. Also unbegreiflich, nicht von dieser Welt. Bilder erspare ich der geschätzten Blogleserschaft an dieser Stelle. Bis zu den Sanitäranlagen ist das Selbstverständnis Sikkims als die „Schweiz Indiens“ noch nicht vorgedrungen.

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Was hatten Sie zum Frühstück, mein Herr?

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Transfertag von Ilam nach Gangtok

Der indische Zöllner schaut mich mit traurigen, gleichzeitig drohend grinsenden Augen an. „What did you have for breakfast, Sir?“, wiederholt er die Frage, die absurder nicht sein könnte. „Brot, Tee und Joghurt“, antworte ich. Am liebsten würde ich dem Zöllner statt einer Antwort die Fresse polieren. Aber das würde auch nicht weiterhelfen. Seit zwei Stunden stehen wir nun an der nepalesischen Grenze und der Zöllner will unsere Räder nicht nach Indien lassen. Bezeihungsweise will uns seine Macht spüren lassen. Vielleicht springt ja ein wenig Bakshish für ihn dabei heraus. Denkt er so offensichtlich, dass es förmlich zu riechen ist. vielleicht ist es auch die Hitze. Unser Peiniger vom Zoll riecht ein wenig streng.

Am Morgen sind wir guter Laune auf den Rädern in die nordindische Tiefebene gerollt. Der gestrige Sonnentag hat gut getan, auch heute scheint die Sonne, und wir haben beschlossen, die Königsetappe noch einmal talwärts unter die Beine zu nehmen. Die Abfahrten wohlgemerkt, auf diesen sind wir mit den Rädern genauso schnell wie unser Begleitbus.

Das entsprechende Video gibt es hier:
Letzte Abfahrt Nepal

Nach fast 40 Kilometern rasanter Abfahrt mit Aussicht sind wir gegen 11:00 Uhr im Tal, um 12:00 Uhr dann an der indischen Grenze.

Der Zöllner giest sich einen Tee ein. „Wie alt sind Sie?“, fragt er und lässt das für indisches Englisch so typische „Sir“ am Ende des Satzes weg. „45, Sir“ antworte ich. „Ich bin 47!“ sagt er. Schaut mich an. „Siehst nicht so aus!“, antworte ich. „Ja, aber die Schmerzen überall!“, jammert er. Wir sind mitten in den Verhandlungen über die Höhe der Bestechung. Baskar, unser nepalesischer Reiseführer sitz neben mir. Biben, sein indischer Kollege drückt sich vor der Verantwortung und lässt uns mal machen. „Ja,ja, das Alter!“, sage ich. Und Baskar fragt, ob wir unser Problem irgendwie monetär lösen können. „Geht zu meinem Vorgesetzten“, antwortet der Zöllner. Dort waren wir schon zweimal, der Vorgesetzte macht Mittag und keinerlei Anstalten, aus der Mittagspause zurückzukommen. Als wir dann wieder vor dem Büro des Vorgesetzten warten, läuft unser Zöllner über den Hof. Schichtwechsel, unsere Chance.
Wir laufen zurück zur Zollstation, tragen unser Anliegen (temporärer Import von sieben Rädern) vor, all täten wir das zum ersten Mal und sind 10 Minuten später in Indien. Mit den Rädern, ohne Bestechung und Probleme. Welcome to India!

Nach einem schnellen aber exzellenten Mittagessen mit Tandori-Spezialitäten sitzen wir dann im Auto und nehmen die letzten 130 Kilometer bis nach Gantok unter die Reifen. Die Straße ist schlecht, schlängelt sich ein Flusstal entlang, bis sie sich abrupt gute 1.000 Höhenmeter nach oben schlängelt. Gangtok, die Hauptstadt von Sikkim und Ausgangspunkt des indischen Teils unser Radtour, liegt auf 1.700 Metern Höhe.

Unser Guesthouse hat uns erwartet und tischt leckere lokale Spezialitäten auf, die wir mit dem guten, aber mit 8 Prozent ungewöhnlich starkem Hit-Bier runterspülen. Das Getränk macht seinem Namen alle Ehre und so fallen wir recht schnell angenehm ausgeknockt in unsere bequeme Betten.

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Teatime im Himalaya

Zicke-zacke-Flitzekacke

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

87 km von Birtamort nach Ilam, 60 km Solofahrt von Sigi und mir, 2650 HM, durchwachsenes Wetter, zwei Pässe

Vishnus Rache hat sich durchgesetzt! Thomas und Anita haben die Nacht mit mehreren anstrengenden Sitzungen verbracht. Elke und Helga sind anderwertig angeschlagen. Steigen nach dem Frühstück aber versuchsweise aufs Rad.

Die Königsetappe der Tour ist angesagt, von Birtamort nach Ilam, ins Zentrum der nepalesischen Teeproduktion. Und Tee wächst bekanntermaßen an Hängen. In diesem Fall an hohen Hängen. Auf 120 Metern über dem Meer befinden wir uns am Morgen, Ilam liegt auf knapp 1.300 Metern und dazwischen wartet ein 1.700-Meter-Pass. Von hier wieder runter auf 450 Meter und dann Bergankunft in Ilam. Der Stoff, aus dem Radfahrlegenden sind!

Immerhin: Das Wetter ist auf unserer Seite, kein Sonnenschein, aber auch kein Regen, um die 20 Grad. Ideal zum Radeln.

Am Fuß des ersten Passes kommt uns Sigi entgegen, der ein wenig vorgefahren war. „Der Pass fängt an und ist sehr steil!“ ruft er uns entgegen, entblättert sich der oberen Kleidungsschicht und ist schon wieder in Richtung Pass unterwegs. Nach drei Stunden treffe ich ihn auf der Passhöhe wieder, in der Sonne liegend. Damit ist die Radelgruppe komplett, auch Elke und Helga sind Mitte des Passes in den Begleitbus eingestiegen.

Bei dieser Konstellation soll es auch für den Rest der Etappe bleiben. Gemeinsam radeln wir bis zum Mittagessen in Fikkal, ein sauberes Bergdörfchen mit einem ausgezeichneten Restaurant, das fantastische gebratene Nudeln serviert und schmackhafte Momos. Eine Weile geht es dann noch auf dem Bergrücken entlang, bis wir (leider teilweise bei Nebel) die lange Abfahrt unter die Räder nehmen. Auf gesamter Länge kommen uns Schulkinder in Uniform entgegen, rufen uns „Hello!“ und „Namaste“ entgegen, winken und lachen.

Leider vergehen die knapp 20 Kilometer Abfahrt viel zu schnell, ein Brücke noch und schon sind wir auf dem Schlußanstieg nach Ilam. 700 Höhenmeter sind es bis zum Marktplatz. Von dort noch einmal kraftraubende 150 Höhenmeter bis zum Hotel, das oberhalb der schier endlos scheinenden Teeplantagen liegt. Ein Blick bei Sonnenuntergang von der Hotelterrasse: Die Mühe hat sich gelohnt!


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Die kleine Schwester von Harry Potters Erzfeind

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Weiter gen Osten auf dem Highway No. 1, sonniges bis bedecktes Wetter, Rückenwind

Der Hahn ging ein wenig vor, daher waren wir schon gegen 5 Uhr wach. Nachdem es gestern Abend schon aufgeklart hatte, begrüßt uns heute sonniges Wetter. Das sollte nicht den ganzen Tag so bleiben, aber wenigsten wurden wir vom Regen verschont!

Das Frühstück war wieder gewohnt üppig, kein Vergleich zum chinesischen Frühstück, das so manch ein Hotel im Reich der Mitte auftischt und das unsere Gruppen immer wieder in die nahegelegene Garküche treibt. In Nepal gibt es Toast, Butter, Marmelade, Ei nach Wahl (zum Beispiel das leckere Marsala -Omelette), Käse, den Baskar besorgt, Joghurt, Obst (Bananen und Äpfel) und Tee. Kaffee haben wir nach mehreren Versuchen, die dann meist in durchsichtiger Brühe endeten, aufgegeben.

Gut gestärkt geht es auf unsere heutige längere Etappe, 15 Kilometer durch Dörfer und Felder, teils asphaltiert, teils mit Flüster-Dreck (gestampfter Dreck, der die Asphaltierung vorbereitete und sich wie Asphalt fährt. Dann drehen wir den Lenker in Richtung Osten und werden den mit starken Rückenwind unserem Ziel zugeschoben. Gegen 14:30 Uhr sind wir dann in Birtamort (siehe Überschrift, der dieswöchige Montagskalauer ist hiermit auch abgedeckt!).

Das ist auch gut so. Während sich die Gruppe das Schmutzbier im schönen Garten des Hotels genießt, schauen sich Baskar und ich die Zimmer an. Und beschließen, das Hotel zu wechseln. Nach einer knappen Stunde werden wir fündig, ich hole die Gruppe, Baskar erledigt die Formalitäten und schon sind wir in akzeptablen Zimmern untergebracht. Kein Luxus, aber für eine Durchgangsstation, die in der Regel keine Touristen sieht eher am oberen Ende der Skala. Und das Internet ist das schnellste auf der aktuellen Tour!

Das Hotelrestaurant fährt lecker auf, nur hat den einen und die andere in der Gruppe Vishnus Rache erwischt. Kurz vor der morgigen Königsetappe natürlich kein gutes Timing!


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Vögel im Regen (Murphy macht Überstunden)

Teatime im Himalaya, 07.02.2014 bis 03.03.2014

Regentag im Koshi Tappu Nationalpark – und im Zelt

Nun haben wir wieder einmal die Statistik übertroffen! Bereits vier Regentage in einem Monat, der in der Regel nur zwei nasse Tage verspricht! Das Image des Regenmachers werde ich wohl nicht mehr los (siehe auch Der Lange Fluss und Auf den Spuren von Wanda).

Bei verhangenen Himmel wagen wir uns am Vormittag noch aufs Boot, fliehen aber nach einer Stunden in einen Unterstand mit ebenfalls Wasser scheuen Bauarbeitern, die neue Uferbefestigungen am Koshi Tappu bauen, der hier besonders gerne über die Ufer tritt. Bis dahin hatten wir eine wilde Büffelherde, ein paar Affen, eine seltenen Kuhart und unzählige Vögel gesehen, an denen Ornithologen sicher ihre Freude gehabt hätten. Wir sind nicht so gut mit Vögeln und erfreuen uns am bunten Gefieder, an manch einem majestätischem Flug und am Nachmittag dann am warmen Bett und einer guten Lektüre.

Am Nachmittag besichtigen wir dann einen leidlich interessanten Viehmarkt, ehe uns zum Abendessen die Crew des Koshi Tappu Wildlife Resort wie schon am Vortag leckere Spezialitäten der Region auftragen. Das eine oder andere Schmutz- und Regenbier wurde auch getrunken.

Mit dem Wetter sollte es also für die nächsten Tage keine Probleme geben!

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