Wegelagerer an der Wilden Mauer

33 Kilometer vom Minggräberstausee nach Huang Hua, Besteigung der Wilden Mauer bei Huanghua und tolle Fischrestaurants, 451 hm bei trüben 23 Grad.

Wieder so ein grauer Tag und dabei ist die Gegend um Beijing hier so schön. Überall gibt es kleine Dörfer und viel Plantagen. in den weiten Tälern wird Obst angebaut und das ganze land wird mit Pfirsichen und Äpfeln aus der Region versorgt. Weiter oben dann werden die Obstplantagen von Walnüssen abgelöst und von einer Frucht, die hier Chinesische Dattel genannt wird, sie sieht auch ein wenig aus wie frische Datteln, aber der niedrige Baum hat mit einer Dattelpalme nichts gemein (und mir schmeckt die Frucht auch nicht sonderlich).

Wir schrauben uns noch einmal 300 Höhenmeter über eine Bergkette und genießen dann eine lange Abfahrt. Hier unten gibt es viele Fischrestaurants, die Fischbecken mit einer schwarzen und einer goldenen Forellenart befinden sich direkt vor den Restaurants. Vor Jahren habe ich mich einmal in die Bedienung eines Ladens verguckt, die wunderschöne lange haare in einem dicken Zopf bis zu den Knien hatte. Das Mädel hat inzwischen längst geheiratet und ein hoffentlich süßes Baby, aber wenigstens bin ich dem Laden treu geblieben und der ist es auch wert. Hier gibt es dann Fisch auf jeder erdenkliche Art und Weise und wir schlemmen mit frischem Fisch und Wasabi, gegrilltem Fisch mit türkischen Gewürzen, Fisch mit Wildpilzen und ich lasse mich sogar dazu hinreißen süß-saueren Fisch zu bestellen. Es ist so lecker, dass sogar die eigentlich Fischhasser ordentlich zugreifen, denn die Forellenart lässt sich leicht und gut von der Gräte lösen.

So gesättigt fahren wir dann die letzten 6 Kilometer bis wir bei Huang Hua wieder auf die Mauer treffen. Hier ist der Mauerabschnitt eigentlich für Touristen gesperrt, bis vor 6 Jahren war auch nichts restauriert, dann hat man aber die Mauer hier auch teilweise ausgebessert und Huang Hua gilt als nicht mehr ganz geheimer Tipp für alle, die auf der mauer ihre Ruhe haben wollen. Das lässt sich aber nicht immer ganz so gut durchsetzen, denn die einheimischen haben die Zugänge zur Mauer blockiert und den Weg auf die Mauer so gestaltet, dass man durch ihren Garten laufen muss. Der ist dann so gesichert, dass man nur durch ein schmales Tor kann und dort wird dann pro Person 2 Yuan abkassiert. Das ist ein sehr freudloser Job, denn jeder Touri, auch die Chinesen regen sich mächtig auf und ich kann mich noch gut an die Steine werfende Frau erinnern, die hier immer noch ihr Unwesen treibt.

Wir hatten uns deshalb eigentlich ohne Debatte mit 2 Yuan Eintritt abgefunden, aber auf dem Weg nach unten muss man durch einen weiteren Garten und da wird wieder kassiert und dahinter liegt ein weiterer, dessen Durchgang auch wieder schwer gesichert ist und hier ist dann auch unsere Geduld und Zahlungsbereitschaft am Ende, aber es nützt nix, das geifernde Pärchen hätte es sogar auf Handgreiflichkeiten ankommen lassen und der Schäferhund im Garten lechzte auch schon nach unseren Waden.

Die Mauer geht hier auch sehr steil die Berge hinauf und wieder hinunter und bei der hohen Luftfeuchtigkeit muss man aufpassen nicht ins Rutschen zu kommen. Wir klettern nicht zu weit, denn die Sicht ist bei dem grauen diesigen Wetter doch sehr eingeschränkt und dabei kann ich mich an wunderschöne Sonnenuntergänge hier erinnern. Auch habe ich die Jahrtausendwende hier mit meinen Studienkameraden auf eine Wachturm am Lagerfeuer verbracht, der Mauerabschnitte hier steckt also für mich voller Erinnerungen.

Das Hotel heute ist auch direkt an einem Fischbecken und so gibt es zum Abendessen wieder reichlich frischen Fisch und kühles Bier und dann beginnt die letzte Nacht, bevor wir morgen unser Ziel erreichen.

Höhenprofil

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>